Starke Schule beider Basel (SSbB)

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News

  • Sonntag, Mai 19, 2024

    Hygienekits an öffentlichen Schulen

    Im September 2021 reichte Landrätin Miriam Locher ein Postulat ein für eine kostenlose und niederschwellige Abgabe von Hygieneartikel an öffentlichen Schulen. Die jetzige Regelung, dass Tampons und Binden nur auf Anfrage bei der Lehrperson oder beim Sekretariat herausgegeben werden, wenn die Produkte überhaupt vorhanden sind, ist ungenügend. (ch)

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  • Samstag, Mai 18, 2024

    Massnahme gegen heisse Klassenzimmer

    Im Sommer kommt es oft vor, dass Klassenzimmer so heiss werden, dass die Schüler/-innen dem Unterricht kaum mehr folgen können. Die Ergebnisse einer Studie im letzten Jahr im Baselbiet sind erschreckend: Temperaturen von bis zu 42 Grad Celsius wurden gemessen. Da eine Klimatisierung in öffentlichen Gebäuden (z.B. Schulhäuser) verboten ist, fordert nun ein Vorstoss von Landrat Jan Kirchmayr, dass anderen Massnahmen ergriffen werden. (ch)

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  • Dienstag, Mai 07, 2024

    Kantonsbeiträge an die Volkshochschule beider Basel

    Die Stiftung Volkshochschule und Senioren Universität beider Basel (VHSBB) präsentiert ein abwechslungsreiches und aktuelles Angebot in den Sparten Natur/Medizin/Psychologie, Gesellschaft/Kultur, Grundbildung, Kreativität/Praxis, Sprachen & Kultur. Sie sorgt dafür, dass es für alle einen offenen Zugang zu anspruchsvoller Allgemeinbildung gibt. Sie wird auch jährlich mit finanzieller Unterstützung der beiden Halbkantonen versorgt. (ch)

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  • Montag, Mai 06, 2024

    Schulweg sicherer machen

    Schulwege sind nicht immer sicher. Dies trifft beispielsweise die Kreuzung Fabrikstrasse-Lettenweg in Allschwil, welche täglich eine hohe Anzahl Schüler/-innen der Primar- und Sekundarschule überqueren müssen. Dies löste nun einen politischen Vorstoss von Landrätin Biljana Graserevic aus, welche die Bildungsdirektion kürzlich beantwortete: Auf die Frage: «Welche Massnahmen wurden bisher getroffen oder sind bereits in Planung?» antwortet die BKSD, dass eine Mittelinsel geplant war, welche aus verkehrsrechtlichen Gründen jedoch nicht realisiert werden kann. (ch)

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  • Sonntag, Mai 05, 2024

    Sparauftrag an der PH FHNW

    Laut Mitteilung des Regierungsrats in der Fragestunde der Landratssitzung vom 11. April liegen die Durchschnittskosten pro Studierende/-r an der Pädagogischen Hochschule der FHNW leicht über den Vorgaben der Leistungsauftrages. Aus diesem Grund liegen nun mehrere Sparaufträge vor. (ch)

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  • Donnerstag, Mai 02, 2024

    Aufnahmeprüfung für fremdsprachige Schüler/-innen

    Fremdsprachige Schüler/-innen besuchen in Schweizer Schulen zuerst eine Fremdsprachenklasse, in welcher sie hauptsächlich Deutsch lernen. Nach nur einem Jahr in dieser Klasse erfolgt die Einteilung in eine Regelklasse, unabhängig davon wie gut sie Deutsch verstehen und sprechen. Landrat Florian Spiegel fordert nun Aufnahmeprüfungen für diese Schüler/-innen, um dadurch zu ermitteln, ob sie ausreichend Deutsch können. (ch)

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02.07.2023

Notenpflicht an Zürcher Primarschulen

Der Zürcher Kantonsrat zementiert jetzt im Gesetz, was bisher gegolten hat: Die Zeugnisse müssen ab der 2. Klasse Noten enthalten. Er beschränkt damit die Kompetenz des Bildungsrats, künftig selbst über Noten- und Bewertungssysteme zu befinden. Das, obwohl dieses politisch gewählte Fachgremium im Vorfeld der Debatte zugesichert hatte, an Noten festhalten zu wollen. Das Misstrauen der Bürgerlichen, der Bildungsrat könnte dem Zeitgeist erliegen und die Schulnoten abschaffen, war offenbar zu gross.

Der Vorgang ist bemerkenswert: Im vergangenen Jahr beschloss der Kanton Solothurn, bis und mit der 2. Klasse keine Noten mehr zu erteilen. Erst vor ein paar Tagen hat die Schulleitung der Stadtluzerner Primarschulen die Order durchgegeben, ab dem Schuljahr 24/25 während des Semesterunterrichts keine Noten mehr zu geben. Man werde sich nur noch an das gesetzliche Minimum halten, die Schülerleistung werde bloss noch im Semesterzeugnis mit einer Note ausgedrückt.

Obschon sich in der Praxis im Kanton Zürich kaum etwas ändern wird, sendet der Kantonsrat jetzt sogar das gegenteilige Signal aus.

Die Primarlehrer im Kanton Zürich können im Unterricht zwar noch immer alternative Bewertungssysteme wie Smileys, Raketen, Farben und Feedbackgespräche verwenden. Doch die Zeugnisnote muss nachvollziehbar begründet sein. Das haben die Bürgerlichen mit Unterstützung der Mitte und der Grünliberalen mit 101 zu 62 Stimmen beschlossen. Die zuweilen eigenwilligen Experimente von Pädagogen werden beschränkt, sowie die Macht des Bildungsrats begrenzt, der Systemänderungen hätte einführen können. Alternative Benotungssysteme sind nur in der ersten Klasse und bei sonderpädagogischen Massnahmen erlaubt.

Pädagogen tendieren dazu, Noten abzuschaffen

Hintergrund des Vorstosses, der von Astrid Furrer (FDP, Wädenswil) lanciert wurde, und Unterstützung bis in die EVP und GLP erhielt: Von Abgängern der Pädagogischen Hochschule Zürich, von frischgebackenen Lehrern, erhielt man die Information, dass Lehrer dazu angehalten würden, keine Noten mehr zu geben. Bildungspolitiker Marc Bourgeois sagte es so: «Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat uns gelernt, dass sich das pädagogische Umfeld durch eine hohe Eigendynamik auszeichnet, die gerne an gesetzlichen Vorgaben vorbeischrammt.» Eine Reformitis sei von pädagogischen Hochschulen vorangetrieben worden, ohne entsprechenden Auftrag. So sei es den Lehrpersonen beispielsweise über das Schulprogramm untersagt worden, während des Semesters Noten zu erteilen. Kantonsrat Matthias Hauser (SVP) ergänzte: «Die Festschreibung von Noten im Gesetz ist ein Schuss vor den Bug».

Die Linke wehrte sich mit Argumenten, die die Bürgerlichen erst recht darin bestärkten, den Notenzwang im Gesetz festzuschreiben. So beteuerte die Monika Wicki von der SP, niemand wolle die Noten abschaffen, deshalb sei der politische Vorstoss überflüssig. Gleichzeitig aber verwies Wicki darauf, dass der Lehrplan 21 kompetenzorientiert sei und dass dieser eine kompetenzorientierte Beurteilung erfordere. Noten könnten das nicht. Oder Karin Fehr (Grüne): Sie warnte gar vor «weitreichenden Folgen», wenn man den Notenzwang festschreibe. Es sei keine Weiterentwicklung mehr möglich, dabei wisse man doch, dass Kinder aus der Arbeiterschicht strenger beurteilt würden als Kinder der Mittelschicht, argumentierte sie.

Abgesehen davon, ob die Primarlehrer tatsächlich Kinder aus Mittelschichten bevorzugen: Würde es etwas ändern, wenn man von Noten zu einem anderen Bewertungssystem wechselt? «Lernberichte sind aber nur Ausdrucksformen versteckter Noten, ebenso die Koppelung an Kompetenzstufen», sagt zum Beispiel der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers.

Mehrheit der Bevölkerung verlangt Noten

In Anbetracht der Verwässerung und der Marginalisierung von Noten, sah sich der Kantonale Verband der Elterngremien veranlasst, eine Umfrage zur Notengebung durchzuführen. 70 Prozent der Bevölkerung halten Noten für wichtig oder eher wichtig, lautete das Resultat. Doch die Linke brachte an der Debatte zum Notenzwang immer wieder zum Ausdruck, dass sie jene Personen für hinterwäldlerisch und rückschrittlich halte, die an Noten festhalten.

Sicher ist: Noten haben sich gesellschaftlich bewährt, sie werden auch von schwachen Schülern und von Ausländern verstanden. Und sie sind im Gegensatz zu anderen Bewertungssystemen ökonomisch. Die Stadt Luzern, die Noten abschaffen wird, muss sich beispielsweise mehr als ein Jahr Zeit geben, um die Reform flächendeckend umsetzen zu können. Ihre Reform wird zur Einberufung von neuen «Beurteilungskonferenzen» führen, an der mehrere Lehrer teilnehmen müssen. Es braucht vermehrt Aufklärungsarbeit für Eltern, Übersetzungsarbeit für Ausländer, wie ein Schulleiter in Luzern einräumt. Ähnlich im Kanton Solothurn, im vergangenen Jahr beschlossen: Dort mussten Lehrer in Weiterbildungskurse geschickt werden, um zu lernen, wie man keine Noten gibt. Die Notenbefreiung wird dort aufs kommende Semester eingeführt.

Daniel Wahl
Journalist Nebelspalter

 

Baselland erteilt ab dritter Primarstufe teilweise Noten

Im Kanton Basel-Landschaft ist die Situation heute wie folgt. Schüler/-innen zwischen der dritten und sechsten Primarklasse, werden in den Fächern Mathematik, Deutsch und NMG (Natur, Mensch, Gesellschaft) Noten von 1-6 erteilt. In den restlichen Fächern Französisch, Englisch, Bildnerisches Gestalten, Technisches Gestalten, Textiles Gestalten, Musik und Sport gibt es sogenannte Prädikate.

Die Starke Schule beider Basel begrüsst den politischen Vorstoss in Zürich, welcher das erteilen von Noten ab der dritten Primarstufe mindestens in den oben genannten drei Fächern sowie Französisch und Englisch im Schulgesetz festschreibt.

Lena Bubendorf
Vorstand Starke Schule beider Basel