Starke Schule beider Basel

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Bitte unterschreiben Sie die Initiative  "Ja zu einer pädagogisch sinnvollen Stundentafel" bis spätestens am 31. Juli. Unterschriftenbogen können Sie hier herunterladen. Herzlichen Dank.
 
 

News

  • Donnerstag, Juli 20, 2017

    In Liechtenstein weiterhin 5 Jahre Primar

    Trotz Angleichung des Lehrplans in Liechtenstein an dem der Schweiz, bleibt die Dauer der Primar- und Sekundarstufe verschieden.

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  • Donnerstag, Juni 29, 2017

    Initiative für Schulfach Politik in Basel eingereicht

    Die Initiative "Ja zu einem Fach Politik" der Jungen FDP ist in Basel-Stadt mit 3'200 Unterschriften eingereicht worden. Notwendig gewesen wären 3'000 Unterschriften. Die Starke Schule beider Basel begrüsst die Initiative als wichtigen bildungspolitischen Beitrag im Stadtkanton.D

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Leserbrief

Wunschdenken vor Rationalität

Sollen Eltern die Lehrmethode der Sekundarschule wünschen können, wie Katja Christ vorschlägt? Wahrscheinlich wären viele Eltern skeptischer gegenüber dem "selbst organisierten Lernen", das als Unterrichtsform so ganz nebenbei mit dem Lehrplan 21 eingeführt werden soll, wenn sie wüssten, dass sich die Methode in internationalen Studien mit kontrollierten Klassenvergleichen von Kirschner/Sweller/Clark bereits 2006 dem professionell angeleiteten Lernen als klar unterlegen zeigte.

Im Artikel "Why Minimal Guidance During Instruktion Does Not Work" zeigen die Forscher auf, dass junge Menschen nicht Lernbegleiter, digitale Apps und Videos, Arbeitsblätter oder Roboter brauchen, sondern die Interaktion mit lebendigen Lehrpersonen, um Dinge in ihren Zusammenhängen begreifen und im Gedächtnis speichern zu können.Warum die Schweizer Fachleute diese Forschung nicht zur Kenntnis nehmen, bleibt ein Rätsel. Wunschdenken geht wohl vor Rationalität in der Pädagogik.

Felix Schmutz, Allschwil
 
 

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Nachteil für unseren Wirschafts-Standort

Gegenwärtig soll in verschiedenen Kantonen mit dem umstrittenen Lehrplan 21 (LP 21) die radikalste Änderung des Schulsystems seit Bestehen der Volksschule vorgenommen werden. Dass die Bedenken, die von der Lehrerschaft, besorgten Eltern und Pädagogikprofessoren angemeldet wurden, ihre Berechtigung haben, zeigen die schlechten Resultate der LP-21-Versuchschulen, die mit der "Kompetenzorientierung" und ihrem "selbstgesteuerten" oder "selbstorganisierten Lernen SOL" den bewährten Klassenunterricht weitgehend abgeschafft und qualifizerte Lehrer zu "Lernbegleiter" degradiert haben. Die Schüler werden allein gelassen, indem es ihnen überlassen wird, wann, wie, wo und ob sie lernen wollen.

Auswirkungen der Schulreformen

Basel-Stadt hat mit dem Schulgesetz von 1988 eine Reihe von sogenannt fortschrittlichen Schulreformen eingeführt und damit in der Schweiz eine Vorreiterrolle übernommen. Bereits fünf Jahre später (BaZ vom 12.10.1993) zeigten sich jedoch die ersten negativen Resultate: Ein Ausbildungsleiter einer grossen Basler Chemiefabrik meldete, dass von 45 Lehrverträgen für Chemie-Laboranten nur noch einer mit einem Stadt-Basler Schulabgänger abgeschlossen werden konnte. 1995 berichtete der Generaldirektor des Schweizerischen Bankvereins in einer Sondersitzung des Basler Grossen Rats zum Problem der nachlassenden Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Basel (NZZ vom 3.4.1995) über die gravierenden Auswirkungen der Basler Schulreformen. Der Bankverin könne nur noch 20 Prozent seiner Lehrlinge aus dem Kanton Basel-Stadt rekrutieren. Wie die Ergebnisse der Eignungstest für das Medizinstudium zeigten, waren mittlerweile auch die Maturanden Opfer für Schulreformen geworden. Seit der Einführung 1998 haben die Stadt-Basler Bewerber beim Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) gesamtschweizerisch am schlechtesten oder unterdurchschnittlich abgeschnitten.

Obwohl der Zusammenhang mit den umstrittenen Schulreformen offensichtlich war, konnte der Kanton Basel-Stadt unbehindert seinen Reformkurs weiterführen. Die eins als "fortschrittlich" hochgelobte Orientierungsschule war 2015 kaum ganz abgeschafft, als Basel-Stadt als Pionierkanton direkt auf den "Lehrplan 21"-Zug aufsprang.

Das veranlasste beteiligte Lehrer zu folgenden Bemerkungen: "Einmal mehr dienen wir und die Schulkinder dem Erziehnugsdepartement als Versuchskaninchen. Bereits die Einführung der Orientierungsschule als Basler Unikum sei ein einziges Experiment und ein riesiger Fehler gewesen. Und jetzt passen wir unser System dem Rest der Schweiz an, noch bevor die anderen Kantone die Neuerung selber umsetzen." (BaZ vom 27.10.2015) Noch können Gewerbe und Wirtschaft mithelfen, die richtigen Weichen zu stellen.

Peter Aebersold
 

Das Stimmvolk muss die Reformindustrie stoppen

Als Ernst Buschor in den Neunzigern anfing, die Zürcher Volksschule zu reformieren, öffnete er eine Büchse der Pandora, die seitens der Politik nicht mehr zu schliessen ist. Seither jagt auch Baselland eine Reform die andere: Teilautonomie der Schulen, neue Zeitaufteilung zwischen Primar- und Sekundarschule, selbstorganisiertes Lernen, Lernlandschaften, Integration lernschwacher Schüler, Kompetenzorientierung, neue Lehrpläne, neue Stundentafeln, Fächerzusammenlegungen, Niveau-übergreifender Unterricht, neues Fremdsprachenkonzept, Frühfremdsprachen, Projektarbeit, Digitalisierung des Unterrichts usw.

Zur Umsetzung all dieser von der Politik beschlossenen Neuerungen bedarf es seitens der Schuladministration ständig neuer Stellen, während die Privatwirtschaft gegen Steuergelder Equipment, fortlaufend neue Unterrichtsmaterialien und Weiterbildungen liefert. Das hierdurch entstandene Dreigestirn von Politik, Administration und Privatwirtschaft hat eine Eigendynamik entwickelt, die zum Wohle der Volksschule und unserer Kinder nur noch vom Stimmvolk gestoppt werden kann. Dazu braucht es sinnvolle Initiativen, wie sie von der Starken Schule beider Basel und vom Lehrerverein Baselland erwirkt werden.

Es mutet auf diesem Hintergrund eigenartig an, wenn Franz A. Saladin als Direktor der Handelskammer beider Basel fast verzweifelt nach "Ruhe für die Schulen" ruft und sich gleichzeitig starkmacht für die Dauerreformen im Schulbereich. Ein Hintergedanke an lukrative Aufträge für die Privatwirtschaft soll ihm nicht unterstellt werden. Wahrscheinlich fehlt ihm für eine seriöse Beschäftigung mit der von ihm thematisierten Materie aus verständlichen Gründen schlicht die Zeit. Die Schule darf kein Markt sein zur Realisierung privatwirtschaftlicher Geschäftsmodelle, kein Experimentierfeld zur Profilierung von Politikern und kein Stellengarant für die Schuladministration. Ruhe in der Volksschule kehrt ein, wenn wir uns rückbesinnen auf das, was sie ist: eine Institution zur Bildung und Förderung unserer Nachwuchses. Bei den anstehenden Initiativen muss sich das Stimmvolk entscheiden zwischen einer guten Volksschule und der von Franz A. Saladin vertretenen Reformindustrie.

Felix Hoffmann
 
 

Bildungsdirektion lanciert Gegenvorschlag

Die Starke Schule beider Basel begrüsst den von der Bildungsdirektion ausgearbeiteten Gegenvorschlag zur formulierten Initiative "Ja zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen". Mit dem Gegenvorschlag werden zentrale Anliegen der Starken Schule sowie der Initiative weitgehend erfüllt. Der Gegenvorschlag sieht folgende Ergänzung im Bildungsgesetz vor:

§7b Stufenlehrpläne Volksschule (neu)
1 Die Stufenlehrpläne der Primarstufe und der Sekundarstufe I enthalten Stoffinhalte, Themen und Kompetenzbeschreibungen.
2 Für die Sekundarstufe I sind sie nach Jahreszielen und Anforderungsniveaus differenziert und abgestimmt auf die Inhalte und Anforderungen der beruflichen Grundbildung mit oder ohne Berufsmaturität, der Fachmittelschulen und des Gymnasiums.

Der Gegenvorschlag enthält zusätzlich wichtige Elemente, welche die Initiative nicht berücksichtigt und die nun erfreulicherweise ebenfalls im Bildungsgesetz verankert werden sollen.

  1. Die Lehrpläne der Primar- und Sekundarstufe I enthalten mit dem Gegenvorschlag klar definierte Stoffinhalte, Themen und Kompetenzbeschreibungen. Dass die rund 3'500 Kompetenzbeschreibungen des Lehrplans 21 ebenfalls Bestandteil des neuen Lehrplans Volksschule Baselland sind, ist nicht entscheidend, zumal an den Baselbieter Schulen seit 2004 verstärkt ein kompetenzorientierter Unterricht stattfindet. Die Lehrpersonen werden sich nach den Lerninhalten und Themen orientieren, die Kompetenzbeschreibung rücken zwangläufig in den Hintergrund. Mit der Festschreibung der Lerninhalte ist auch  weiterhin eine echte Harmonisierung der Baselbieter Schulen gewährleistet.
  2. Die Starke Schule begrüsst auch den Umfang der Stoffverteilungspläne, welche in der Regel pro Fach und Schuljahr eine A4-Seite umfasst. Den Lehrpersonen wird dadurch ein ausreichend grosser Freiraum in der inhaltlichen Gestaltung ihres Unterrichtes gewährt.
  3. Der Lehrplan Volksschule Baselland der Sekundarstufe I erhält weiter klar definierte Jahresziele, welche auf die drei Anforderungsprofile A (allegemeines Niveau), E (erweitertes Niveau) und P (progymnasiales Niveau) differenziert ausgerichtet sind, was der Lehrplan 21 nicht berücksichtigt hätte. Damit wird der dritte Zyklus, ein weiterer wesentlicher und heftig kritisierter Bestandteil des Lehrplans 21, aufgebrochen. Bereits die vom Stimmvolk am 5. Juni 2016 mit 61% Ja-Stimmen beschlossene Weiterführung der Einzelfächer Geschichte, Geografie, Biologie, Physik, Chemie, Hauswirtschaft und Wirtschaftskunde bedeutet eine starke Abweichung von der Ideologie und dem Inhalt des Lehrplans 21.
  4. Relevant ist ebenfalls, dass der neue Lehrplan Volksschule Baselland auf die weiterführenden Schulen (z.B. Gymnasium) abgestimmt sein muss. Damit können die abnehmenden Schulen reell mitentscheiden, welche Lernziele die Volksschule erreichen muss. Massgebend dafür sind die behandelten Lerninhalte.

Regierungsrätin Monica Gschwind hat mit der Ausarbeitung des Gegenvorschlages in Zusammenarbeit mit verschiedenen bildungspolitisch aktiven Playern eine fundierte und ausgezeichnete Arbeit geleistet. Die Starke Schule beurteilt den Gegenvorschlag als sehr gute Lösung.

Ob die Starke Schule ihre Initiative "Ja zu klar definierten Stoffinhalten und Themen" zurückziehen kann, wird der Vorstand nach der landrätlichen Behandlung dieser Gesetzesvorlage prüfen. Massgebend wird dabei sein, ob der Gegenvorschlag eine bessere Erfolgschance bekommt, wenn an der Initiative festgehalten wird oder nicht.
 

Starke Schule hat Initiatve lanciert

Das Baselbieter Stimmvolk hat sich am 5. Juni 2016 an der Urne mit 61% Ja-Stimmen  deutlich für die Beibehaltung und Stärkung der Einzelfächer Geschichte, Geografie, Biologie, Physik, Chemie, Hauswirtschaft und Wirtschaftskunde ausgesprochen und damit Nein gesagt zu den Sammelfächern "Räume, Zeiten, Gesellschaft", "Natur und Technik" und "Arbeit, Haushalt, Wirtschaft". Der Bildungsrat, der über Stundentafeln und Lehrpläne abschliessend entscheiden kann, hat erhebliche Mühe, diesen Volksentscheid zu akzeptieren und eine pädagogisch unsinnige Stundentafel beschlossen, die auf das Schuljahr 2018/19 eingeführt werden soll. Lesen Sie hier weiter.

Die Starke Schule hat am 22.6.2017 die Initiative "Ja zu einer pädagogisch sinnvollen Stundentafel" lanciert. Helfen Sie mit und unterschreiben Sie diese Initiative. Hier können Sie den Unterschriftenbogen herunterladen.

 

Passepartout ist gescheitert

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Passepartout ist gescheitert. Sämtliche Umfragen aus mehreren Kantonen zeigen das gleiche Bild: Die Schüler/-innen und Schüler verfehlen mit "Mille feuilles" und der neuen Mehrsprachigkeitsdidaktik die Lernziele in sämtlichen Bereichen. Im Hören, im Lesen, im Schreiben, im Wortschatz und selbst im freien Reden, also in demjenigen Bereich, den die

Passepartout-Promotoren immer als Stärke der Passepartout-Schulkinder betonen. Die überwiegende Mehrheit der Schüler/-innen kann auch nach vier Jahren Französischunterricht weder nach dem Weg fragen, noch eine Cola im Restaurant bestellen.

Und gleichwohl ist das Baselbieter Parlament und die Regierung nicht bereit, die Notbremse zu ziehen und sich vom interkantonalen Passepartout-Staatsvertrag zu verabschieden. Umso wichtiger ist die nichtformulierte Volksinitiative "Stopp dem Verheizen von Schülerinnen und Schülern: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenkonzept" der Starken Schule, die voraussichtlich im März 2018 dem Volk zur Abstimmung vorgelegt wird. Und bis dahin schaut die Politik weg, weil nicht wahr sein darf, was wahr ist. Denn diese neue Mehrsprachigkeitsdidaktik und das teure und unbrauchbare Einweglehrmittel "Mille feuilles" hat Millionen gekostet. Dies zu stoppen, wäre ein Eingeständnis, dass Millionen Franken von Steuergeldern verbraten wurden. Deshalb verkündet man von offizieller Seite Durchhalteparolen und beschwichtigt die Kritiker mit Phrasen wie "es sei noch zu früh, um definitiv zu urteilen". Dabei ignoriert man, dass mit jedem weiteren Jahr ein weiterer Jahrgang von Schulkindern diesem Passepartout-System zugeführt und damit "verheizt" wird.

Regina Werthmüller, Landrätin und Vorstandsmitglied Starke Schule
 

 

Abstimmung verloren - zwei wichtige Teilerfolge erzielt

Die Starke Schule beider Basel bedauert die Ablehnung der Initiative "Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen" durch die Stimmbürger/-innen, akzeptiert den Volksentscheid aber selbstverständlich. Damit setzt der Kanton Baselland weiterhin sowohl auf den fünfjährigen konsekutiven als auch den vierjährigen integrativen Ausbildungsweg für die angehenden Lehrpersonen der Sekundarstufe I.

Erfreulicherweise konnte die Starke Schule mit dieser Initiative trotz der heutigen Ablehnung zwei wichtige und massgebende Teilerfolge erzielen:

  • Mit dem Landratsbeschluss zur nichtformulierten Volksinitiative "Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrspersonen" (gemäss Kommissionsfassung) hat die Bildungsdirektion vom Landrat 75 : 0 Stimmen bei 4 Enthaltungen den Auftrag erhalten, "die Ungleichbehandlung beim Lohn zwischen konsekutiv und integrativ ausgebildeten Lehrpersonen der Sekundarstufe I baldmöglichst aufzuheben." Die Starke Schule nimmt positiv zur Kenntnis, dass die Bildungsdirektorin bereit ist, dieses wichtige Anliegen umzusetzen. Heute ist stossend, dass Lehrpersonen, welche mit dem aufwändigeren konsekutiven Ausbildungsweg in eine schlechtere Lohnklasse eingeteilt werden als diejenigen Lehrpersonen, welche die integrative Ausbildung absolvieren. Dies führt dazu, dass die überwiegende Mehrheit der angehenden Lehrpersonen den einfacheren, integrativen Ausbildungsweg bestreitet. Die Behebung dieser Ungleichbehandlung ist eine der Kernforderungen der Starken Schule. Wir freuen uns über diesen wichtigen Teilerfolg.
     
  • Ebenfalls erfreulich ist der breite Konsens und das Eingeständnis vieler Gegner/-innen unserer Initiative, dass die Quantität der Fachausbildung an der Pädagogischen Hochschule kaum ausreicht, um im leistungsstarken progymnasialen Niveau P der Sekundarschulen mit ausreichender fachlicher Qualität unterrichten zu können. Bemerkenswert ist insbesondere die in der Politik aufgekommene Einsicht, dass Lehrpersonen mit dem integrativen Ausbildungsweg für den Unterricht im leistungsschwächeren A-Niveau besser geeignet sind, während hingegen Lehrpersonen mit einer universitären Fachausbildung für den Unterricht im leistungsstärkeren P-Niveau besser qualifiziert sind. Der damalige Entscheid der Bildungsdirektion unter der Ära von alt RR Urs Wüthrich - alle Sekundarlehrpersonen sollten Klassen aller drei Leistungsniveaus A, E und P unterrichten - wird damit zunehmend hinterfragt. Die Starke Schule wird mit ihren beiden Vorstandsmitgliedern im Landrat entsprechende Vorstösse prüfen, welche eine Differenzierung vorsehen, um Ausbildung der angehenden Lehrpersonen und Unterricht im Leistungsniveau besser in Einklang zu bringen.
     

Lehrplan 21 - eine Bildungsbremse

René Steiner (EVP) erklärt, warum der kompetenzorientierte Lehrplan 21 eine Bildungsbremse ist und zu einem Bildungsabbau führt:



 

Erziehungsdepartement Basel-Stadt streut den Eltern Sand in die Augen

Ende März veröffentlichte die Volksschulleitung des Erziehungsdepartementes (ED) Basel-Stadt einen Newsletter mit dem Titel "Elternbrief Volksschule Basel-Stadt", u.a. mit den beiden Artikeln "Keine Angst vor Fremdsprachen" und "So können Sie Ihr Kind unterstützen". Der Newsletter enthält zahlreiche manipulativ verfasste Passagen. Darin versucht das ED krampfhaft den Eltern die neue Fremdsprachendidaktik und die entsprechenden Lehrmittel als etwas Positives und Nützliches zu verkaufen. Gleichzeitig wird die gleichwohl erfolgreiche "alte" Didaktik schlechtgemacht. Das ED verstrickt sich dabei selbst mehrfach in Widersprüche.

Zusammengefasst ein kläglicher Versuch einer Durchhalteparole für ein gescheitertes Experiment auf Kosten der Schulkinder. Lesen Sie hier unsere Analyse und Stellungnahme dazu.
 

Leistungschecks kommen immer stärker unter Druck

Seit Kurzem müssen die Primarschüler/-innen in der dritten und sechsten Klasse sowie die Sekundarschüler/-innen im achten und neunten Schuljahr sogenannte standardisierte Leistungschecks in den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch und Naturwissenschaften absolvieren. Diese von den vier Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und Aargau gemeinsam entwickelten Prüfungen, welche von den Schüler/-innen mehrheitlich am Computer geschrieben werden, kommen immer stärker unter Druck:

Die Lehrpersonen des Kantons Basel-Stadt lehnen diese teuren Leistungschecks in der überwiegenden Mehrheit als "förderdiagnostisch untaugbar" ab. An ihrer Schulsysnode vom 22. März 2017 verabschiedeten rund 3'000 anwesende Pädagog/-innen eine Resolution an die Basler Regierung, in welcher sie die Abschaffung dieser Tests fordern.

Auch der Landrat wird sich mit diesem Thema beschäftigen. Landrat Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige) reichte am 14. Dezember 2016 den Vorstoss "Standardisierte Leistungschecks aus finanziellen und pädagogischen Gründen überprüfen".
 

Leserbrief von Felix Schmutz, erschienen in der bz vom 10.03.2017 als Reaktion auf den Leserbrief  "Lehrerverein floppt mit Französischumfrage"

Untaugliche Lehrmittel und Unterrichtskonzepte

Urs Tester spricht den Sekundarlehrpersonen in seinem Leserbrief die Fähigkeit und die Berechtigung ab, die Französischkentnisse der Primarschulkinder nach vier Jahren Unterricht zu beurteilen. Dabei verkennt er die Tatasche, dass es die Lehrkräfte der Sekundarschule sind, welche die Verantwortung dafür tragen, dass die Jugendlichen in nur drei Jahren fit werden für Berufslehren, Diplomschulen und Gymnasien. Dort ist aber die Spiel- und Bastelzeit endgütlig vorbei: Nix verstehen, nix sagen und nix schreiben können, das geht nicht mehr. Nicht Scheinlernziele, sondern tatsächliches Wissen und Können werden dort vorausgesetzt. Falsch ist auch Testers Ansatz zu glauben, die Sekundarlehrpersonen würden den Kolleginnen und Kollegen der Primarschule Vorwürfe machen. Vielmehr haben die ausgebildeten Fachlehrkräfte der Sekundarschule längst erkannt, dass die Schuld an der Misere bei den untauglichen Lehrmitteln und Unterrichtskonzepten zu suchen ist und nicht bei den Personen, welche diese in besten Treuen umzusetzen versuchen. Oder anders gesagt: Mit einer Papierschere kann auch der eifrigste Handwerker keine Eisenstange durchschneiden.


Weitere Leserbriefe und Zeitungsartikel finden Sie hier.