Starke Schule beider Basel

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News

  • Donnerstag, Juni 07, 2018

    Verlosung

    Die Starke Schule beider Basel verlost 8 Tickets für zwei Personen für das Rhy Art Fair Basel vom 14. - 17. Juni 2018 im Rhypark Basel.

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  • Samstag, Mai 19, 2018

    Veranstaltungshinweis

    Am Dienstag, 22. Mai 2018 (18.30 - 20.00) findet im Landratssaal in Liestal eine interessante von der FDP Baselland organisierte Podiumsdiskussion zur Abstimmungsvorlage vom 10. Juni statt "Bildungsrat ersetzen durch einen Beirat Bildung". Alle Interessierte sind herzlich eingeladen.

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Leserbrief

Nur eine Fremdsprache in der Primarschule?

Dass Fremdsprachen wichtig sind, wird niemand bestreiten. Meist wird angenommen, dass man möglichst früh damit beginnen sollte, also schon in der Primarschule. Allerdings trifft dies nur zu, wenn bestimmte Lernbedingungen gelten. Diese sind jedoch in der gegenwärtigen Stundentafel nicht einmal für die erste Fremdsprache erfüllt. Bei nur zwei oder drei Wochenstunden bleibt auf dieser Altersstufe nur wenig hängen, Kenntnisse und Kompetenzen können nicht nachhaltig aufgebaut werden. Nötig wäre im Primarschulalter, dass circa 50% der Lektionen in allen Fächern durch muttersprachliche Lehrpersonen in der Fremdsprache erteilt würden. So geschieht es in zweisprachigen Regionen wie beispielsweise Südtirol. Wenn nun in der Primarschule noch eine weitere Fremdsprache eingeführt wird, bevor die erste genügend aufgegleist ist, bringt das wenig Gewinn, Synergien können noch keine genutzt werden. Man stiftet Verwirrung und verbrät Zeit, die für Deutsch und andere Fächer sinnvoller eingesetzt wäre. Die zweite Fremdsprache gehört deshalb in die Sekundarschule. Dank der schnelleren Auffassungsgabe und besseren Denkfähigkeit kann sie dort effizienter vermittelt werden. Deshalb ja zur Initiative "Eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt".

Felix Schmutz, Allschwil
 

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Die Exzesse des Lehrplans 21 werden ausgemerzt

84% Ja zu klaren Stoffinhalten und Themen

Die Starke Schule freut sich über das wuchtige Ja zu Jahreszielen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen, die differenziert auf die Leistungsprofile A, E und P ausgerichtet sind. Dieses Ergebnis ist auch ein deutliches Nein zum rein kompetenzorientierten Lehrplan 21 mit seiner utopischen Anzahl von 3‘500 Kompetenzbeschreibungen. Die Starke Schule nimmt positiv zur Kenntnis, dass mit der im Oktober 2016 eingereichten Initiative „Ja zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen“, die zugunsten des ausgewogenen und weitergehenden Gegenvorschlags zurückgezogen werden konnte, die Exzesse des Lehrplans 21 nun definitiv ausgemerzt werden. Damit wird es dem Bildungsrat verunmöglicht, den neuen Lehrplan Volksschule Baselland nach der dreijährigen Evaluationsphase durch den rein kompetenzorientierten Lehrplan 21 zu ersetzen.

59% Nein zur Vorlage „Ersatz Bildungsrat durch Beirat Bildung“

Die Starke Schule hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht, nicht ganz ohne Eigennutz: In den vergangenen Jahren leistete sich der Bildungsrat verschiedene fragwürdige Fehlentscheide (z.B. Sammelfächer, Stundentafel, Lehrplan 21), welche mühsam durch parlamentarische Gesetzesvorstösse und Volksinitiativen korrigiert werden mussten. Das Sammeln von 1‘500 Unterschriften ist zeitaufwändig und kostspielig. Wir sind überzeugt, mit einem fachlich kompetenten Beirat Bildung, der seine Empfehlungen und Analysen fundiert hätte begründen müssen und so die Bildungsdirektion sachkundig beraten hätte, wäre das Risiko von weiteren Volksinitiativen im Bildungsbereich künftig weitaus geringer geworden. Die Starke Schule befürwortet die Bestrebungen, den Wahlmodus des Bildungsrat zu ändern, um diesen künftig gezielter durch fachlich kompetente Bildungsexpertinnen und -experten zu besetzen.

68% Nein zur Initiative „Eine Fremdsprache genügt“

Die Starke Schule akzeptiert das eindeutige Nein der Stimmberechtigten zur Initiative „Eine Fremdsprache auf der Primarstufe genügt“. Nun gilt es ein neues Fremdsprachenkonzept einzuführen, welches einen für alle Primarschulkinder motivierenden Unterricht in den beiden Fremdsprachen Französisch und Englisch ermöglicht. Der Landrat hat mit seinem Ja zum Ausstieg aus der Mehrsprachigkeitsdidaktik und den darauf basierenden Passepartout-Lehrmitteln Mille feuilles, Clin d’oeil und New World einen richtungsweisenden Entscheid gefällt. Diesen gilt es nun rasch umzusetzen und spätestens ab dem Schuljahr 2020/21 neue Leitlehrmittel für die beiden Fremdsprachen einzuführen. Die von Bildungsdirektorin Monica Gschwind gebildete Task Force, in welcher die Starke Schule mitarbeitet, hat entsprechende Umsetzungsentscheide bereits gefällt. Die Starke Schule ist überzeugt, mit einem neuen, aufbauenden Fremdsprachenkonzept nach international anerkannter Pädagogik, welche die Schüler/-innen von einfachen zu schwierigeren Anforderungen führt, können zwei Fremdsprachen an der Primarschule ohne negative Folgen unterrichtet werden.
 

Eine Fremdsprache genügt

Der Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe ist weder effizient noch nachhaltig. Dies belegen die Unterrichtspraxis sowie diverse Studien. Daran schuld sind nicht die Primarschullehrpersonen, im Gegenteil. Diese leisten gute Arbeit. Doch selbst sie können entwicklungsspezifische Aspekte beim Fremdsprachenerwerb nicht überlisten.

So verfügen Kinder im Primarschulalter beispielsweise nicht über das zum speditiven Erlernen einer Fremdsprache notwendige Abstraktionsvermögen von älteren Kindern und Jugendlichen. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag im Fremdspracheunterricht der Primarstufe ist deshalb deutlich ungenügend. Dies ist umso bedenklicher, als dass andere Fächer wie Mathematik oder auch Deutsch wegen der vielen Fremdsprachenlektionen zu kurz kommen. Dabei weiss man aus der Forschung zum Fremdsprachenerwerb längst, dass Fremdsprachen erfolgreich lernt, wer über fundierte Kenntnisse in der eigenen Muttersprache verfügt.

Zugunsten einer zweiten Fremdsprache sollte folglich insbesondere Deutsch gefördert werden. Bei Sprachen auf der Primarstufe gilt: Weniger ist mehr.

André Fritz, EVP Birsfelden
 

Für einen professionellen Beirat Bildung

Der Bildungsrat beschliesst heute Lehrpläne, Stundentafeln und Lehrmittel. Seine Entscheide können erhebliche Auswirkungen auf die Bildung haben und auch weitreichende finanzielle Folgen nach sich ziehen. In den letzten Jahren hat der Bildungsrat verschiedentlich für die Schulen nachteilige Beschlüsse gefällt, welche mühsam korrigiert werden mussten. So hat der Bildungsrat etwa das Sprachkonzept Passepartout mit den Lehrmitteln „Mille Feuilles“, „Clin d’Oeil“ und „New World“ bewilligt. Damit sollten den Schülerinnen und Schülern Französisch und Englisch nach einer neuartigen Methode beigebracht werden. Die Vermittlung der Sprachkenntnisse sollte mehr durch das Hören und weniger durch das Büffeln von Wörtern und Grammatik erfolgen. Dieses Projekt wurde abgebrochen. Dabei wurden Millionen in den Sand gesetzt. Auch wollte der Bildungsrat die Sammelfächer einführen, obwohl diese vom Volk deutlich verworfen wurden.

Das Problem liegt meines Erachtens drin begründet, dass im Bildungsrat etliche Laien und politische Vertreter Einsitz nehmen, welche in ihrem Alltag wenig mit Bildung am Hut haben. Hinzu kommt, dass sich die Mitglieder des Bildungsrats anders als Regierungsrätinnen und –räte keiner Volkswahl stellen müssen, in welcher sie für ihre Beschlüsse auch Verantwortung übernehmen müssen.

Im Interesse einer bestmöglichen Bildung für unsere Kinder und Jugendlichen befürworte ich die Einführung eines professionellen Beirats Bildung, welcher dem Regierungsrat mit fachlich kompetenten Ratschlägen zur Seite steht. Am 10. Juni lege ich deshalb ein überzeugtes Ja zur Vorlage „Ersatz Bildungsrat durch Beirat Bildung“ in die Urne.

Stefan Steinemann, Oberwil
 


Umfrageergebnisse der BKSD sind für Passepartout vernichtend

BKSD-Resultate der Hearings bestätigen: Die Kritik an der Mehrsprachigkeitsdidaktik und den Passepartout-Lehrmitteln Mille feuilles und Clin d'oeil ist heftiger als erwartet. Dass die Kritik an den Passepartout-Lehrmitteln Mille feuilles und Clin d’oeil bei den Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 heftig sein würde, wurde erwartet. Weitaus erstaunlicher ist jedoch, dass die Primarlehrpersonen gemäss den Umfrageergebnissen der BKSD ebenfalls erhebliche Kritik äussern, in einigen Bereichen sogar heftiger als die Sekundarlehrpersonen. Ernüchterndes Fazit: Mille feuilles und Clin d’oeil sind völlig untaugliche Lehrmittel. Mit ihnen als Basislehrmittel können die Lernziele nicht erreicht werden. Lernerfolge erzielen nur diejenigen Lehrpersonen, welche umfangreiche Unterrichtsmaterialien selber herstellen und einsetzen. Die Passepartout-Lehrmittel verstauben in den Kästen der Schulzimmer.

Das sechskantonale Projekt Passepartout trat an mit dem Versprechen, den Fremdsprachenerwerb in der Volksschule zu revolutionieren. Dank einer einzigartigen, neuen Unterrichtsmethode – der sogenannten Mehrsprachigkeitsdidaktik – und den eigens dafür entwickelten Lehrmittel „Mille feuilles“, „Clin d’oeil“ und „New World“ sollten die Schüler/-innen in der Lage sein, die Fremdsprachen wie ihre Muttersprache zu erlernen. Die Passepartout-Promotoren versprachen das Blaue vom Himmel.

Aufgrund der permanenten negativen Berichterstattung, der massiven Kritik seitens Eltern und Lehrpersonen und der sich auch wissenschaftlich immer mehr erhärtenden Untauglichkeit des dahinterstehenden Konzepts der Mehrsprachigkeitsdidaktik sah sich die Bildungsdirektion Ende 2017 veranlasst, flächendeckende Hearings im Fach Französisch durchzuführen. Eingeladen waren sämtliche Sekundarlehrpersonen, die über eineinhalb Jahre Unterrichtserfahrung mit „Clin d’oeil“ verfügen, sowie eine entsprechende Anzahl Primarlehrpersonen, die mit „Mille feuilles“ unterrichten. Über 100 Französischlehrpersonen nahmen an den Hearings teil.

Die nun vorliegenden Resultate bestätigen sämtliche groben Mängel, welche die Umfragen der Lehrerverbände in vier Kantonen (BE, SO, GR, BL) bereits vor geraumer Zeit zu Tage gebracht haben. Mit der Mehrsprachigkeitsdidaktik, auf der die bis zu 11mal teureren Passepartout-Lehrmittel basieren, können die Lernziele bei Weitem nicht erreicht werden. Brisant ist, dass an den Hearings nicht nur die Sekundarlehrpersonen heftige Kritik ausübten, sondern auch die Primarlehrpersonen, wie das Balkendiagramm der nun vorliegenden Statistik der BKSD eindrücklich zeigt:

Die Aussagen der Hearingsteilnehmer wurden von der BKSD protokolliert, nach Oberbegriffen geordnet und schliesslich mit Hilfe eines Balkendiagramms visualisiert. Von den 31 Kategorien befinden sich 25 deutlich im Negativbereich:

  • Schlusslicht auf der Negativrangliste ist ausgerechnet der „Wortschatz“, das A und O eines jeden Fremdsprachenunterrichts, denn ohne Wortschatz kommt keine Kommunikation zustande.
  • Die mangelnden „Vertiefungs- und Übungsmöglichkeiten“ auf dem zweitletzten Platz, die „Menge an Themen“, die Sightseeing-Pädagogik und die konsequente Missachtung des universalen Prinzips “vom Einfachen zum Schwierigen” sind weiter dafür verantwortlich, dass es den Lernenden nicht gelingt, die wichtigsten „Grundstrukturen“ aufzubauen und zu festigen.
  • Hinzu kommt die ungenügende „IT-Infrastruktur“, der fehlende „Alltagsbezug“, die viel zu schwierigen „Sprechanlässe“, die komplizierten im Originalzustand belassenen „authentischen Texte“, die einen enormen „Aufwand“ verursachen und die mangelnde „Grammatik“ – alles heftig kritisierte Bereiche, die den Lernerfolg der Schüler/-innen regelrecht verhindern.

Die logische Konsequenz: Die Lernenden sind überfordert und erreichen die Lernziele grösstenteils nicht. Französisch wurde mit dieser Mehrsprachigkeitsdidaktik und ihren Lehrmitteln zum Frustfach Nr. 1. Diese brisanten und eindeutigen Resultate wurden dem Landrat vor der Sitzung vom 8. Februar 2018 vorenthalten. Die Starke Schule ist überzeugt, dass sich der Landrat mit einer noch deutlicheren Mehrheit für den Ausstieg aus der Passepartout-Ideologie ausgesprochen hätte.

Mittlerweile hat die Bildungsdirektorin eine Task Force gebildet und erste Gespräche finden statt. Nach der ersten Auslegeordnung sind wir zuversichtlich, dass es gelingen wird, eine sinnvolle Gesetzesvorlage auszuarbeiten, welche die Grundanliegen der Initiative „Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt“ umsetzt. Auch der von der BKSD bereits publizierte Fahrplan erachten wir als sinnvoll. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, sind aus Sicht der Starken Schule folgende Schritte erforderlich:

  • Der Passepartout-Staatsvertrag läuft im Juni 2018 aus – und damit auch der Passepartout-Lehrplan und mit ihm die Mehrsprachigkeitsdidaktik. Die Ideologie des Sprachbades und die damit verbundenen authentischen, im Originalzustand belassenen und somit viel zu schwierigen und demotivierenden Texte ist zu verzichten. Die Starke Schule befürwortet den Entscheid, den auslaufenden Passepartout-Staatsvertrag nicht zu erneuern.
  • Neu muss der Lehrplan Volksschule Baselland auch in den Fremdsprachen Französisch und Englisch verbindliche Stoffinhalte und klar definierte Jahresziele beinhalten.
  • Der Fremdsprachenunterricht hat sich wieder an international anerkannten Unterrichtsmethoden zu orientieren. Dazu gehören
    - Lehrmittel mit einem strukturierten Aufbau, der dem allgemeingültigen Prinzip vom „Einfachen zum Schwierigen“ folgt,
    - ein gezielter Aufbau eines kinds- und jugendgerechten Alltagswortschatzes,
    - Themen, die sich an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientieren und dem Lernstand der Schüler/-innen.

Lehrmittel mit entsprechenden Texten, die auf diesen zentralen didaktischen Elementen basieren, sind notwendige Bedingungen für einen gelingenden Fremdsprachenunterricht. Sie ermöglichen den Schüler/-innen frühe Erfolgserlebnisse, wirken motivierend und machen Lust auf mehr. Die Passepartout-Lehrmittel sind deshalb so rasch wie möglich zu ersetzen, spätestens auf das Schuljahr 2020/21.

Die Auswertung des Kantons mit den protokollierten Ergebnissen können Sie hier herunterladen.
 
 

Rücksichtslose Propagandametho- den versus Sicherheit

Seit rund zwei bis drei Jahren hat sich beim Plakatieren die Unsitte eingebürgert, fremde Plakate an den Laternenmasten hinaufzuschieben und an deren Stelle eigene Plakate aufzuhängen. Nicht selten werden Kabelbinder zerschnitten, um die Plakate überhaupt hinaufschieben zu können. Dies führte dazu, dass bis zu sechs Plakate übereinander an den Kandelabern hingen. In einigen Fällen erreichte das oberste Plakat am Schluss eine Höhe von rund 8 m.

Da Laternenmasten gegen oben dünner werden, hängen hinaufgeschobene Plakate automatisch nicht mehr fest, sondern baumeln lose herum. Das führt zu mehreren Problemen:
  • Die Werbewirksamkeit der politischen Gegner wird deutlich vermindert, da sich lose baumelnde Plakate auf mehreren Metern Höhe unweigerlich um 90° drehen und dementsprechend in Fahrtrichtung nicht mehr wahrgenommen werden, ganz zu schweigen davon, dass sie deutlich schlechter lesbar sind. Den betroffenen Parteien oder Komitees ist es nicht einmal mehr mit Bockleitern und Verlängerungsstangen möglich, derartig verschobene Plakate wieder zu befestigen resp. sie am Ende der Abstimmungskampagne wieder herunter zu nehmen.
  • Kabelbinder der sich im Wind lose drehenden Plakate reissen bei Windböen in nicht wenigen Fällen aus. Solche Plakate können auf der Strasse landen. Folgender authentischer Fall hat sich vor rund zwei Jahren ereignet: Bei der Starken Schule beschwerte sich ein Automobilist, dass ihm ein Plakat der Starken Schule aus luftiger Höhe auf der Windschutzscheibe landete und er mit seinem Auto neben die Strasse geriet. Den Vorfall konnte er mit Fotos belegen. Nur mit Glück sei es zu keinem grösseren Schaden gekommen. So hat die Starke Schule in früheren Kampagnen auch seitens des Kantons und der Polizei die Aufforderung erhalten, lose Plakate wieder sicher zu befestigen oder abzuhängen. Dabei handelte es sich allesamt um hinaufgeschobene Plakate, an die unsere Plakatteams gar nicht mehr herankamen.
Seit 2016 hat die Starke Schule bei jeder Abstimmungskampagne alle ihm bekannten Komitees und Parteien auf diese Unsitte hingewiesen und um Fairness gebeten. Darunter oder darüber zu hängen ist kein Problem, fremde Plakate einfach hochzuschieben ist inakzeptabel. Ausserdem gibt es im Kanton genügend freie Laternenpfosten, die in Beschlag genommen werden können.

Die allermeisten Komitees und Parteien sehen die Problematik des Hinaufschiebens fremder Plakate und halten sich weitgehend an die gebotene Fairness. Die Starke Schule bedauert, dass sich offenbar die SP um Fairness und Sicherheit foutiert. Die SP weiss, dass andere Plakatteams allenfalls hinaufgeschobene Plakate konsequent wieder herunterziehen und an der ursprünglichen Stelle befestigen. Sich danach in selbstgerechter Empörung darüber zu beklagen, dass ihre nachgeschobenen Plakate demontiert werden müssen, kann nur Kopfschütteln auslösen.
 
 

Bildungsrat versus Stimmvolk

Riesen-Aufwand für 3500 Kompetenzen

Der Umbau der Schullandschaft soll im Kanton Baselland offenbar gegen den Willen des Landrats und den des Stimmvolks durchgesetzt werden. Zwei Beispiele dafür: Nachdem sich das Baselbieter Stimmvolk gegen die vom Bildungsrat beschlossenen Sammelfächer ausspricht, will dieser wöchentliche Einstundenfächer einführen. Da solche in der Praxis nicht umsetzbar sind, käme es über Fächerzusammenlegungen zwangsläufig doch zu Sammelfächern. Dafür notwendige Weiterbildungen für die Lehrpersonen wären allerdings nicht zu finanzieren, was einem Bildungsabbau gleichkäme. Es muss folglich eine Motion eingereicht und eine Initiative lanciert werden, um den Bildungsrat zum Einlenken zu bewegen. Die nächste schulpolitische Initiative verlangt unter anderem die Reduktion der vom Bildungsrat favorisierten 3500 Kompetenzen auf eine praxistaugliche Anzahl, die Nennung von Themen, Stoff- und Jahreszielen sowie nach Niveaus differenzierten Unterricht. Da der Regierungsrat mit seinem Gegenvorschlag über die Forderungen des Initiativkomitees hinausgeht, zieht dieses seine Initiative zurück. Anschliessend informieren zwei Angestellte des kantonalen Amts für Volksschulen (AVS) die Lehrerkollegien praktisch ausschliesslich über die Kompetenzorientierung, als gäbe es im Baselbieter Lehrplan weder niveaudifferenzierte Stoff- noch Jahresziele. Den regierungsrätlichen Gegenvorschlag ignorierend, nutzte der Bildungsrat offenbar den Umstand, dass die Initianten in ihrem Initiativtext keine explizite Höchstgrenze erwähnten. Er hält somit an seinen 3500 Kompetenzen fest und versucht damit Stoffinhalte und Themen zu marginalisieren.

Teure Weiterbildungen

Nichts spricht prinzipiell gegen Kompetenzen, im Gegenteil. Fähigkeiten waren schon immer die Folge von gutem Unterricht. Der ausschliessliche Fokus auf Kompetenzen verkehrt allerdings Ursache und Wirkung und ist somit zwangsläufig verbunden mit der Vernachlässigung des Unterrichts. Dies führt zu einem klassischen Paradoxon. In der Praxis bringt die Fokussierung auf 3500 Kompetenzen nämlich einen nicht zu bewältigenden Aufwand mit sich, schon nur bei der Durchführung von Prüfungen und deren Auswertung. Man rechne: 3500 Kompetenzen verteilt auf zwölf Fächer und neun Schuljahre, ergeben rund 32 Kompetenzen pro Fach und Jahr. Bei beispielsweise jährlich acht Prüfungen sind dies vier zu prüfende Kompetenzen pro Test. Multipliziert mit 22 Lernenden, sind wir bei 88 Kompetenzen pro Test und Klasse. Hochgerechnet auf das ganze Jahr ergeben sich bei acht Prüfungen 704 Kompetenzbewertungen pro Klasse; bei fünf Klassen also 3520, wobei dann jede Kompetenz in neun Jahren jeweils nur einmal geprüft wurde. Um eine Entwicklung der Fähigkeiten nachzuzeichnen, sollten sie immerhin drei- bis viermal getestet werden, wodurch die Lehrkraft schnell rund 10 000 bis 14 000 Kompetenzbewertungen zu bewältigen hätte.

Letzten Endes geht diese absurde Bewertungshysterie zulasten des Unterrichts. Darunter leidet dann paradoxerweise auch die Kompetenz der Lernenden. Überdies geht eine derartig überstrapazierte Kompetenzorientierung zwangsläufig einher mit teuren Weiterbildungen und fortwährenden Evaluationen. Die Fachhochschulen und privatwirtschaftliche Anbieter hocken bereits ungeduldig in ihren Startlöchern. Genau dies ist der springende Punkt.

Missachtung des Volkswillens

Mit seinem Versuch, Sammelfächer und eine in ihrem Ausmass paradoxe Kompetenzorientierung gegen den Willen des Landrats und der Stimmberechtigten durchzudrücken, stellt sich der Bildungsrat einmal mehr in den Dienst der Reformindustrie und damit gegen die Interessen der öffentlichen Schule. Damit missachtet er zusammen mit Verantwortungsträgern des AVS den Willen des Regierungs- beziehungsweise Landrats sowie den der Stimmbevölkerung.

Dass sich ein politisches Gremium gegen Entscheide des Souveräns stellen kann, widerspricht demokratischen Grundsätzen. Aufgrund der fehlenden Rechenschaftspflicht gegenüber Volk und Parlament wird auch ein neu besetzter Bildungsrat immer wieder Entscheide gegen die Interessen der öffentlichen Schule treffen können, die dann wiederum nur unter enormem Aufwand zu korrigieren sind. Abhilfe schafft hier die Ablösung des Laiengremiums Bildungsrat durch den professionellen Beirat Bildung. Die diesem Organ angehörenden Fachleute sind einem guten öffentlichen Schulsystem verpflichtet. Sie entscheiden nicht abschliessend, sondern unterbreiten sachlich begründete Empfehlungen zuhanden des Regierungsrats. Sagen wir am 10. Juni Ja zur Schaffung des Beirats Bildung.

Gastbeitrag von Felix Hoffmann (Sekundarlehrer und wohnt in Himmelried), erschienen in der BaZ vom 8.05.2018
 

Bildungsrat – ein Fehlkonstrukt

In den vergangenen Jahren fällte der Bildungsrat verschiedene Entscheide, welche den Schulen geschadet haben und die mühsam korrigiert werden mussten. Dabei missachtete er nicht nur den Volkswillen, sondern auch den politischen Willen. Zwei Beispiele:

  • Der Bildungsrat bewilligte die Lehrmittel Mille feuilles, Clin d’Oeil und New World und hat damit die flächenmässige Einführung einer neuen Unterrichtsideologie beschlossen, die vom anerkannten pädagogischen Grundsatz wegkommt, die Schüler/-innen von einfachen zu schwierigen Anforderungen zu führen. Die Lehrmittel lösen bei Eltern und Kindern viel Frust und Verärgerung aus und werden von den Fremdsprachenlehrpersonen (Primar- und Sekundarstufe) heftig kritisiert.
  • Der Bildungsrat wollte den Lehrplan 21 in seiner ursprünglichen Form einführen, also mit den vom Volk deutlich verworfenen Sammelfächern, ohne Jahresziele und ohne differenzierte Anpassung auf die drei in Baselland bewährten Anforderungsniveaus A, E und P. Selbst nach dem klaren Volksentscheid, welcher die Festschreibung der Einzelfächer im Bildungsgesetz verankerte, suchte der Bildungsrat nach einem Schlupfloch. Er beschloss eine Stundentafel mit 1- und 1.5-stündigen Promotionsfächern, die ohne Sammelfächer praktisch nicht hätte umgesetzt werden können.

Der Bildungsrat besteht, entgegen der weit verbreiteten Meinung, aus zahlreichen Personen, die im Alltag nichts mit Bildung zu tun haben. Sie entscheiden, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ohne ihre Entscheide je rechtfertigen zu müssen. Dadurch können Fehlentscheide entstehen, die erst spät erkannt werden. Das Problem ist die fehlende Verantwortung. Die Mitglieder des Bildungsrates müssen keine negativen Konsequenzen befürchten, wenn sie Fehlentscheide treffen.

Das entspricht nicht unseren demokratischen Prinzipien und schadete den Schulen in den letzten Jahren erheblich.

Ein Beirat Bildung, der mit ausgewiesenen Fachexperten besetzt ist, der die gleichen Aufgaben zu erledigen hätte, wie der heutige Bildungsrat, wird die Regierung fundiert und professionell beraten. Hat dieses Gremium Beirat Bildung keine abschliessende Entscheidungskompetenz, so muss es seine Analysen, Konzepte und Empfehlungen fachlich fundiert und überzeugend begründen. Sind diese Lösungen nicht mehrheits- und tragfähig, fliessen seine Empfehlungen nicht in die Entscheidungsprozesse ein. Unausgegorene Ideen und politisch motivierte Schnellschüsse hätten keine Chance umgesetzt zu werden.

Trifft der Beirat Bildung seine Empfehlungen mit deutlicher Mehrheit und fundiert begründet, so wird der Regierungsrat diese nur schwer übergehen können. Der Druck auf die Bildungsdirektion wäre politisch immens. Die happigen Fehlentscheide, welche sich der Bildungsrat in der Vergangenheit geleistet hat, hätte sich die Bildungsdirektorin mit einem Beirat Bildung nicht leisten können.

Regina Werthmüller, Vorstand Starke Schule
 

Ausser Spesen nichts gewesen

Fremdsprachen lernen, je früher desto besser, ist ein Mythos! Der Mythos entsteht durch die Tatsache, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder eine Zweit-, ja selbst mehrere Sprachen intuitiv aufnehmen können. Dazu müssen jedoch drei Bedingungen erfüllt sein:

  1. Die Sprachen müssen im sozialen Umfeld dauernd und über lange Zeit gesprochen werden.
  2. Sie müssen in möglichst verschiedenem, motivierendem Kontext und ohne Leistungsdruck vermittelt werden.
  3. Die Kontaktpersonen müssen authentisch in ihrer Muttersprache (oder fast muttersprachlich) sprechen.

Sind diese Bedingungen erfüllt, nehmen die Kinder die Fremdsprache in ihrem Muttersprachen-Zentrum des Gehirns auf. Sie entwickeln ein Gefühl für die grammatikalischen Eigenheiten der Fremdsprache, sie "hören", ob ein Ausdruck richtig gebraucht wurde, ohne zu wissen, warum. Im Lektionenlernen wird die Sprache systematisch anders und in einem anderen Gehirnareal festgehalten.

In der Diskussion um die Frühsprachen werden muttersprachliches Lernen und Lektionenlernen nicht unterschieden. Lehrer, Eltern und Schüler erfahren nun dauernd, wie brutal unspielerisch in unserem Schulsystem der Fremdsprachenunterricht vermittelt werden muss. Nämlich in zwei Wochenlektionen, von Sprachkursabsolventen, unter Druck, da die Noten für die Promotionen und den Übertritt in die Oberstufe zählen. Damit wird verifiziert, was Hirnforscher und Sprachwissenschaftler längst wissen: Das Lektionenlernen besteht aus büffeln von Vokabeln, Grammatik, Satzstellungen und ist nicht spielerisch! Untersuchungen der Linguistin Simone Pfenninger haben zudem ergeben, dass für die Kinder, wenn in Lektionen gelehrt wird, gute Kenntnisse der Erstsprache entscheidend sind.

In der dritten Primarklasse sind sie noch nicht genug gefestigt in der Erstsprache. Auch Mathe kann man nicht begreifen, solange man sich in den Grundoperationen nicht auskennt.

Grammatikverständnis verlangt abstraktes Denkvermögen. Nach dem Psychologen Jean Piaget ist das Hirn von Kindern erst etwa nach dem zwölften Altersjahr genügend ausgebildet, um abstrakt denken zu können. Tests bestätigen: Die Grühsprachenvermittlung bringt ausser grossen Kosten nichts.

Sprachlehrer an der Kantonsschule bestätigen, Schüler, die ohne entsprechende Fremdsprachen-Vorkenntnis aus der Primarschule in die Oberstufe wechseln, haben nach ein paar Wochen die gleichen Kompetenzen, wie die Primarschüer nach jahrelangem Frühsprachenunterricht. Mit den solideren Kenntnissen in den Strukturen der Muttersprache und der weiter fortgeschrittenen Gehirnentwicklung holen die Schüler in ein paar Wochen auf, was den armen Primarschülern im Frühsprachenunterricht eingetrichtert wurde. Die Praxis zeigt mit jedem Jahr: Sind die Schüler älter, lernen sie effizienter und besser.

Der Frühsprachenunterricht hat weitere miese Konsequenzen. Die Schüler werden verheizt, da sie für die angewendete Methode nicht reif sind. Die Kompetenz in der Muttersprache leidet unter dem grossen Aufwand für die Erreichung der utopischen Ziele in den Fremdsprachen. Das ungenügende Ausdruck- und Textverständnis in der Erstsprache wirkt sich auf die übrigen Fächer negativ aus. Auf der Stecke bleiben die Schüler, die zu Hause eine weitere Erstsprache sprechen. Mehr technisch begabte Schüler scheitern an der Sprachhürde für den Eintritt in die Höheren Bildungsstätten. Sie sind ausfiltriert für die Mint-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Die Schweiz braucht viele Mint-Leute. Die Überbewertung der Sprachfächer als Voraussetzung für den Eintritt in eine höhere Schule ist extrem kontraproduktiv und am Bedürfnis der Wirtschaft vorbeiproduziert.

Nicht zu vergessen, die Tausenden von Aufgabenstunden, die vergossenen Tränen, die untergegangene Schulmotivation, die gestressten Eltern, alles wegen eines längst theoretisch und praktisch widerlegten Mythos, Fremdsprachen, je früher desto besser.

Marianne Manzanell (Quelle: Schule Schweiz Blog)
 
 

3'500 Kompetenzbeschreibungen im Lehrplan ist eine utopische Zahl

Im Juni 2018 entscheiden die Stimmbürger/-innen über eine wegweisende Änderung des Bildungsgesetzes. Darin soll ergänzt werden, dass die Stufenlehrpläne der Primar- und der Sekundarstufe 1 Stoffinhalte, Themen und Kompetenzbeschreibungen enthalten, und zwar für jedes Schuljahr sowie differenziert für jedes der drei Anforderungsniveaus. Der von der Bildungsdirektion ausgearbeitete Gesetzesvorschlag widerspiegelt die Wichtigkeit der Stoffinhalte und Themen, berücksichtigt richtigerweise aber auch, dass ein vernünftiges Mass an Kompetenzbeschreibungen Eingang in die Lehrpläne finden soll. Seit langem ist es beispielsweise nicht mehr opportun und wird an den Schulen auch nicht mehr verlangt, dass die Schüler/-innen sämtliche Flüsse der Schweiz mit ihren Nebenarmen lernen müssen und auf einer Karte einzeichnen können. Heute ist selbstverständlich, dass die Lernenden die Kompetenz erlangen sollen, Flüsse schnell finden und deren Verlauf beschreiben zu können, z.B. mit Hilfe eines Schweizer Weltatlasses. Das Erlangen von Fachwissen, Verständnis und Kompetenzen sind heute wichtige Bestandteile eines modernen Unterrichtes.

Sämtliche im Parlament vertretenen Parteien haben diese vorgeschlagenen Ergänzungen im Bildungsgesetz denn auch ausgesprochen positiv aufgenommen und im Landrat die entsprechende Vorlage befürwortet. Der vorliegende regierungsrätliche Vorschlag mit der beabsichtigten Ausgewogenheit von Stoffinhalten, Themen und Kompetenzbeschreibungen wird auch von der Starken Schule und allen Schulstufen, soweit Rückmeldungen eingetroffen sind, durchwegs positiv beurteilt.

Gleichwohl hat der Bildungsrat nun den neuen Lehrplan Volksschule Baselland mit sämtlichen 3‘500 Kompetenz- und Unterkompetenzbeschreibungen des Lehrplans 21 beschlossen. Diese Fülle von Kompetenzen ist gar nicht zu bewältigen.

Mit dem Beschluss, im Lehrplan Volksschule Baselland eine gar nicht umsetzbare Flut von Kompetenz- und Unterkompetenzbeschreibungen aufzunehmen, ignoriert der Bildungsrat die Rückmeldungen aus Fachkreisen und den politischen Willen. Der Landrat ist gefordert, auf Gesetzes-stufe sinnvolle Leitlinien zu setzen.

Wenn die am 22. März 2018 eingereichte Motion von Landrätin Regina Werthmüller vom Landrat überwiesen wird, muss der Regierungsrat eine neue Gesetzesvorlage ausarbeiten, welche folgenden Inhalt im Bildungsgesetz aufnimmt: Die Anzahl Kompetenz- und Unterkompetenzbeschreibungen soll im Lehrplan Volksschule Baselland auf zusammen insgesamt rund maximal 400 beschränkt und damit auf ein sinnvolles und für die Schulen umsetzbares Mass reduziert werden.

 


Sekundarschule (Niveau P)

Aus für Passepartout-Lehrmittel im Kanton Solothurn

Ein weiterer Dominostein fällt: Der Kanton Solothurn verzichtet auf die Passepartout-Lehrmittel im Niveau P der Sekundarschulen. In einem Schreiben vom 5. März 2018, welches der Starken Schule zugespielt wurde, informiert Regierungsrat Dr. Remo Ankli über eine entsprechende "Weisung":

Gestützt auf das Volksschulgesetz "wird verfügt:

  1. Auf die Einführung des Lehrmittelobligatoriums von "Clin d'oeil" und "New World" für die Sekundarschule P wird verzichtet (...)
  2. Für diejenigen Sek-P-Lehrpersonen, welche die Weiterbildung zur neuen Fremdsprachendidaktik noch nicht absolviert haben, entfällt die obligatorische Weiterbildung (...).
  3. Die Sek-P-Konferenz wird beauftragt, unter Einbezug der Fachschaften Französisch und Englisch beider Kantonsschulen und einer Vertretung der Lehrmittelkommission Vorschläge für maximal drei empfohlene Lehrmittel für die Sekundarschule P in den beiden Fremdsprachen zu Handen des Departements für Bildung und Kultur vorzulegen."

  Schreiben_Renkli

Im Kanton Solothurn hätten die Lehrmittel Clin d'oeil und New World auf das Schuljahr 2018/19 an den Sekundarschulen flächendeckend eingeführt werden sollen, nachdem diese mit ernüchterndem Resultat erprobt wurden: "Die Sprachkenntnisse reichen nicht als Unterbau für den gymnasialen Unterricht (konsequenter Sprachstrukturaufbau, Schulung der sprachlichen Korrektheit und Äusserungsqualität, verbindliche Grammatik, Alltagsvokabular, systematische und hohe Lernprogression) und die damit verbundene allgemeine Studierfähigkeit und Hochschulreife aus." schreibt Regierungsat Ankli. Und weiter: "Dies brachte die Erprobung der Lehrmittel durch die Universität Freiburg zutage. Für den Anschluss an die Maturitätsanforderungen braucht es aus Sicht der Lehrpersonen und dem Expertenbericht anspruchsvolleres und vertiefenderes Zusatzmaterial, um die Sprachstrukturen zu gewähren, zumal sich der Maturitätsabschluss primär an Schriftlichkeit und Sprachkorrektheit ausrichtet."

Der Kanton Solothurn kann sich derart unbrauchbare Lehrmittel, wie es die Passepartout-Lehrmittel sind, nicht leisten, weil die Sekundarschüler/-innen in Solothurn bereits nach zwei Jahren ans Gymnasium wechseln.

 

Medienmitteilung von Landräten aus 4 Fraktionen

Keine weiteren Steuergelder für Passepartout

Aufgrund der massiven Kritik seitens Eltern und Lehrpersonen und der sich auch wissenschaftlich immer mehr erhärtenden Untauglichkeit des dahinterstehenden Konzepts hat der Landrat am 8. Februar 2018 beschlossen, aus dem Fremdsprachenprojekt „Passepartout“ auszusteigen. Mit einer deutlichen Mehrheit hat er der nichtformulierten Volksinitiative „Stopp dem Verheizen von Schüler-Innen: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt“ zugestimmt. Diese verlangt, dass die didaktisch fragwürdige Unterrichtmethode, die sog. Mehrsprachigkeitsdidaktik, aus dem Lehrplan Baselland gestrichen und die Passepartout-spezifischen Lehrmittel Mille feuilles, Clin d‘oeil und New World im Unterricht nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Wir unterstützen den Fahrplan des Regierungsrates zur Umsetzung der Initiative. Dieser sieht vor, dass die Vernehmlassungsvorlage des RR z.H. des Landrats im Februar 2019 eingereicht wird. Das Volk kann somit spätestens im März 2020 darüber abstimmen.

Die Umfragen der Lehrerverbände in den Kantonen BE, SO und BL und die jüngsten Ergebnisse der in BL flächendeckend durchgeführten Hearings sprechen eine deutliche Sprache. Bei der überwiegenden Mehrheit der Fremdsprachenlehrpersonen und Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter ist die Erleichterung gross, aus der Mehrsprachigkeitsdidaktik auszusteigen. Auch im Kanton Solothurn zeichnet sich ab, dass die Passepartout-Lehrmittel  in einem ersten Schritt an den progymnasialen Abteilungen der Sekundarstufe I nicht verwendet werden.

Angesichts dieser Tatsachen ist es nicht nachvollziehbar, dass die Passepartout-Fortbildungskurse für die Sekundarlehrer/-Innen im Kanton Baselland (s. MM der BKSD vom 8.3.18) fortgeführt werden sollen, auch wenn verschiedene Anpassungen angestrebt werden. Dieser Entscheid läuft dem jüngsten politischen Vorstoss zuwider, der heute im Landrat von Marc Schinzel und Mitunterzeichner/-innen eingereicht wurde. Der Vorstoss verlangt, dass keine weiteren Gelder für die gescheiterte Passepartout-Ideologie verschwendet werden dürfen.

Wir appellieren an die Verantwortung der Sekundarschulleitungen und fordern diese auf, ihre Sekundarlehrpersonen nicht länger mit Steuergeldern in teure Forbildungskurse zu schicken, in denen die sog. Mehrsprachigkeitsdidaktik vermittelt wird, die längst an der Macht des Faktischen gescheitert ist und spätestens ab Schuljahr 2020/21 in der Bedeutungslosigkeit versinken wird.

Für Rückfragen steht Ihnen Jürg Wiedemann und Marc Schinzel zur Verfügung.

Marc Schinzel (FDP), Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige), Paul Wenger (SVP), Pascal Ryf (CVP), Philipp Loretz (LVB)

 

Wiederkehrende Schulreformen und ihre Ursachen

Das gescheiterte Fremdsprachenkonzept, Passepartout, steht stellvertretend für so viele unbedarft eingeführte Reformen im Bildungswesen. Die Ursachen dafür, dass es immer wieder zu solch teuren und schädlichen Leerläufen im Schulbereich kommt, sind vielschichtig und zugleich systemimmanent.

Über Schulreformen als Profilierungsmöglichkeit für die Politik wurde bereits ausgiebig geschrieben. So auch über den Wandel der öffentlichen Schule zum Absatzmarkt für die Produkte der mittlerweile florierenden Reformindustrie. Ebenfalls thematisiert wurden Schulreformen mit der Funktion eines Stellengenerators im Bereich der Schuladministration und der Fachhochschulen. Und auch der durch die OECD betriebene, aber demokratisch nicht legitimierte Umbau der öffentlichen Schule nach marktwirtschaftlichen Prinzipien wurde erläutert.Was allerdings schulinterne Ursachen betrifft, sind zunächst die Lehrenden in der Verantwortung. Einige unter ihnen beschreiten den Weg des geringsten Widerstandes, indem sie wider besseren Wissens versuchen, auch schädliche Reformen umzusetzen. Dabei ignorieren sie ihre eigene auf Unterrichtserfahrung fussende Expertise, um nicht auszuscheren und sich in der Folge vielleicht rechtfertigen zu müssen. Für die öffentliche Schule und deren Schülerschaft von Vorteil wäre in diesem Zusammengang mehr Zivilcourage. Reformen nämlich, ob gut oder schlecht, werden letztlich nicht in direktorialen Amts-, sondern in Schulstuben umgesetzt.

Der Zivilcourage abträglich sind freilich Verantwortungsträger, die sich mit Nachdruck in erster Linie als Vollstrecker bildungsministerialer Anregungen verstehen, ohne letztere kritisch zu hinterfragen. Besonders gewogen ist derlei Führungspersonal folglich den erfreulicherweise wenigen Lehrpersonen, die sich selbst der Durchsetzung nachteiliger Veränderungen andienen. Sie tun dies beispielsweise, indem sie sich als Kurskader in den Dienst der Verbreitung fragwürdiger Didaktiken innerhalb der Lehrerschaft stellen.

Die Motivation hierfür ist selten missionarischem Sendungsbewusstsein geschuldet. Denn der kollektiven Empfänglichkeit für reformerische Ideologien steht der bekanntlich ausgeprägte Individualismus des Lehrpersonals entgegen. Eher geht es den Betroffenen möglicherweise um den Versuch, der vielleicht als monoton empfundenen Unterrichtsroutine zu entfliehen, indem sie sich zur Abwechslung vorübergehend in der Erwachsenenbildung betätigen. Ein anderes Motiv besteht trotz Jahren des Unterrichtens womöglich auch im Wunsch nach eigener Profilierung.

Auf schuladministrativer Ebene zu bemängeln ist das Fehlen eines grundsätzlichen bzw. finanziellen Controllings. Passepartout beispielsweise wurde flächendeckend eingeführt ohne vorgängig evaluierte Pilotprojekte, also ohne relevante Erfahrungswerte. Allein im Kanton Baselland belaufen sich die Kosten dieser Ideologie auf bisher fast 13 Millionen. Anhand der Bevölkerungszahlen aller sechs Passepartout Kantone hochgerechnet, belaufen sich die Gesamtkosten somit auf weit über 100 Millionen. Diese Gelder sind definitiv in den Sand gesetzt, wie Unterrichtserfahrungen, diverse Austauschrunden, Eltern- und Schülerinnenfeedbacks, Evaluationen und Studien belegen. Hier wurdeGeld verschleudert von Leuten, die es nicht selbst verdienen mussten.

Auf exekutiver Ebene auffallend ist die umgekehrte Hierarchisierung der Entscheidungsprozesse. So hat ausgerechnet die Lehrerschaft mit ihrem Erfahrungspotential und Fachwissen keine Mitbestimmung beim Beschluss von Schulreformen. Die diesbezüglichen Entscheidungen fallen auf der Ebene der Erziehungsdirektionen. Diesen allerdings gehören grösstenteils Juristinnen oder Ökonomen an ohne nennenswerte Berührungspunkte mit dem täglichen Schulbetrieb. Hier wäre ein Ausbau partizipatorischer Möglichkeiten der Lehrerschaft dringend notwendig, um Fehlentwicklungen à la Passepartout künftig zu verhindern.

Doch so verheerend sich eine verfehlte Reform auf die Schulbildung unseres Nachwuchses auswirkt, zeitigt sie im Falle von Passepartout doch auch einen erfreulichen Effekt für das Baselbiet. Der bevorstehende Übungsabbruch, welcher der Beharrlichkeit der Starken Schule und vieler Lehrkräfte zu verdanken ist, verschafft unserem Kanton einen Standortvorteil; in dem Sinne notabene, dass hier bald wieder flächendeckend seriös und damit erfolgreich Fremdsprachen gelehrt und gelernt werden. Die anderen fünf Passepartout Kantone werden das Nachsehen haben, wenn sie nicht nachziehen.

Felix Hoffmann, Sekundarlehrer in Baselland