Starke Schule beider Basel

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News

  • Freitag, April 19, 2019

    2 x Ja zu den LVB-Initiativen

    Am 19. Mai 2019 stimmt der Kanton Basel-Landschaft über zwei Bildungsinitiativen des Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) ab. Die Starke Schule befürwortet die beiden Anliegen, denn sie verhindern, dass die öffentlichen Schulen schlechter gestellt werden als andere Bildungsbereiche. Um qualitativ hochwertigen Unterricht anbieten zu können und weitere Sparmassnahmen zu unterbinden, ist es wichtig, dass die beiden Initiativen angenommen werden.

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  • Freitag, April 19, 2019

    Nein zu Leistungslöhnen

    Ab 2022 soll im Kanton Basel-Landschaft ein Leistungslohn eingeführt werden. Dieser soll die heutigen Lohnklassen ersetzen und die Erfahrungsstufen durch flexible Lohnanpassungen austauschen. Für die Starke Schule steht fest, dass eine an das MAG gebundene Lohnentwicklung nicht zielführend ist und im schulischen Betrieb keinen Sinn macht.

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Zu wahr um schön zu sein

    

Leserbrief

Treffende Leserbriefe zum Artikel
"Universitäts-Professoren sind tief besorgt; BaZ 26.03.2019"

Besser spät als nie

Die Basler Uni-Professoren melden sich zu Wort: Die Mängel beim Französisch seien so gross, dass die Studenten kaum mehr die Möglichkeit hätten, an frankophonen Unis zu studieren. In welchem Bistrot tranken diese Professoren ihren Pastis, als die Beschlüsse zur didaktischen Neuorientierung des Fremdsprachenunterrichts (Projekt Passepartout) gefasst wurden? Seit der Einführung von Passepartout und den entsprechenden Lehrmitteln hagelt es fundierte Kritik. Nun treten die Auswirkungen dieser fatalen Methode eben ans Tageslicht: Schüler erreichen die Minimalanforderungen nicht, Lehrer und Eltern sind seit Jahren frustriert. Die Mehrheit unter ihnen liess sich einlullen von den Versprechungen einer neuen Didaktik. Nur ist dies alles nicht neu und hätte eigentlich für die Spezialisten an der Universität vorhersehbar sein müssen.Damit man mich nicht falsch versteht: Die Alarmrufe aus der Uni sind ja willkommen – nur ist es völlig unverständlich, warum sie nicht schon viel früher gekommen sind. Die Ironie an der Sache: Mit dem Frühfranzösisch wollte man die französische Sprache in der Deutschschweiz besser verankern und fördern. Nun zeichnet sich ab, dass wir bald einen Mangel an Französischlehrer haben werden.

Urs Kalberer  

Vokabeln und Grammatik pauken

Französisch wird überschätzt? Das Gegenteil trifft zu, es wird unterschätzt. Viele Firmen in der Deutschschweiz, darunter auch jenes Unternehmen, in dem ich jahrelang tätig war, haben Kun­ den in der Romandie. Für mich war dies die Chance, meine vernachlässigten Französischkenntnisse aufzufrischen. Auch wenn es anfangs holprig lief, schätzten es «les Welsch» überaus, dass ich mir die Mühe nahm, mit ihnen mündlich und schriftlich in ihrer Spra­che zu kommunizieren. Dass dies überhaupt möglich war, verdankte ich der «traditionellen» Unterrichtsmethode, sprich: Vokabeln und Grammatik pauken bis zum Umfallen, immer wieder Prüfungen, bei denen alles Unkorrekte die Note gnadenlos nach unten drückte. Auch wenn ich manchmal fluchte, gefruchtet hats allemal. Hingegen wage ich sehr zu bezweifeln, dass der heutige Wischiwa­schi­-Kuschelunterricht à la Mille feuil­les ein vergleichbares Resultat ermög­licht. Und es ist meines Erachtens blanker Zynismus, wenn man diese un­tauglichen Experimente jetzt mit dem Schwamm­-drüber­-Argument klein­-redet, Französisch sei heute ja eh nicht mehr wichtig.

Günther Scholer, Aarau Rohr

 

Auf bewährte Lehrmittel setzen

In Basel-Stadt wurde die Einführung des Frühfranzösisch mit einem neuen Lehrmittel verbunden, welches von einem «Sprachbad» ausgeht und glaubt, auf die Grammatik weitgehend verzichten zu können. Nun ist das Erlernen einer Fremdsprache keine neue Aufgabe, man hat langjährige, breit abgestützte Erfahrungswerte. Wenn nun Sprachwissenschaftler erschreckt feststellen, dass mit den neuen Lehrmitteln markant schlechtere Resultate erzielt werden, wird es Zeit für einen Übungsabbruch. Es ist nicht zu verantworten, dass weitere Generationen von Schülern «verheizt» werden. Deshalb gilt es, resultatorientiert auf ältere, aber bewährte Lehrmittel zurückzugreifen.

Paul Kreienbühl, Riehen


 

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Widersprüche im Schulwesen

Am Anfang der seit Jahren verfehlten Bildungspolitik steht die gezielte Entmündigung der Lehrkräfte zwecks Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen. Dies losgelöst vom Wohl der Lernenden und ohne Qualitätskontrollen. Wie konnte es so weit kommen?

Die Mutter aller Reformen

Der Initialfunke ist das pädagogische Weisungsrecht der Schulleitungen. Von aussen kaum wahrgenommen und in seiner Tragweite gänzlich unterschätzt, ermächtigt es die Bildungsadministration, selbst die absurdesten Reformen durchzusetzen. Es ist quasi ihr verlängerter Arm ins Klassenzimmer. Denn das Weisungsrecht ermächtigt die Schulleitungen, Lehrkräften zu kündigen, die sich nicht an Reformideologien halten, sondern an die Unterrichtsrealität. Diese Orientierung aber wäre als Korrektiv für Reformirrtümer unabdingbar.

Opportunismus und Harmoniebedürfnis

Wie in hierarchischen Anstellungsverhältnissen üblich, sind Kritik und Widerstand keine Etappen auf dem Weg des geringsten Widerstands. Opportunismus kann so weit gehen, dass sich Lehrkräfte selbst in den Dienst untauglicher Reformen stellen. Ferner verträgt sich Harmoniebedürftigkeit nicht mit Kritik. Gelegentlich zählen die Bedürfnisse nach stiller Eintracht mehr als die der Lernenden. So stösst die Starke Schule beider Basel bei einzelnen Lehrpersonen hin und wieder auf Ablehnung, trotz ihres erfolgreichen Einsatzes zugunsten der öffentlichen Schule. Verkannt wird dabei ihre fordernde Beharrlichkeit als notwendige Antwort auf die blinde Verbissenheit dogmatischer Reformpolitik.

Wenn man nichts zu sagen hat, aber umso mehr sagen will

Wer Schulpolitik zur Selbstdarstellung betreibt, greift diejenigen an, die der Selbstinszenierung schaden. Von daher werden sachkundige Reform-Kritiker immer wieder von Politikern attackiert, die insofern eine Ahnung von Schule haben, als dass sie eine solche vor langer Zeit besuchten. Überdies fehlt politischen Selbstdarstellern das Bewusstsein für die eigene Beeinflussbarkeit. Skepsis bezüglich im Hintergrund agierender Akteure ist nicht möglich, wenn das Wissen um solche fehlt. Es wird dann blind einem sogenannten „Zeitgeist“ folgend politisiert, ohne zu wissen, wer diesen, mit welchen Zielen definiert. So hat insbesondere die Wirtschaft ein leichtes Spiel, ihre schulpolitischen Interessen durchzusetzen. Allerdings fehlt ihr die Nähe zur Schule, um die auch für sie selbst nachteiligen Widersprüche ihrer Konzepte zu erkennen.

Die von der Wirtschaft forcierte „Kompetenzorientierung“ ist unwirtschaftlich

Wirtschaftlichen Erfolg hat, wer sich effizient und innovativ weiterentwickelt. Kodak, Agfa, Nokia und andere verschliefen die zwingende Weiterentwicklung mangels Innovation. Starre Uniformität steht insofern im Widerspruch zur Innovation. Ergo widerspricht die den Schulen uniform übergestülpte „Kompetenzorientierung“ einer wirtschaftlichen Gesetzmässigkeit. Sie ist mit ihren 3'500 Kompetenzen aber auch ineffizient. Der hierfür erforderliche Aufwand in der Prüfungsgestaltung und Auswertung ist nicht zu leisten. Wenig überraschend, dass die beiden privatwirtschaftlichen Testverfahren, Basic- und Multicheck, ganz traditionell Stoff und Wissen prüfen. Im Widerspruch zur „kompetenzorientierten“, Grammatik bzw. Wortschatz feindlichen Passepartout Ideologie stehen die kantonalen Checks. Sie prüfen nicht zuletzt Grammatik und Wortschatz. Es ist abzuwarten, wie die Wirtschaft reagieren wird auf das Heer der Passepartout geschädigten Schulabgänger. Die schönfärberische „Kompetenzorientierung“ hätte eigentlich der erleichterten Rekrutierung von Arbeitskräften dienen sollen.

Wirtschaftliche Prinzipien zur Lösung des Reformdebakels

Erwartungen der Wirtschaft an die öffentliche Bildung sind legitim. Denn die Schule verwirkt ihre Legitimation, wenn sie nicht auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Wirtschaftsvertreter sollten sich aber an ihre eigenen Prinzipien halten. Abgesehen von Effizienz und der Ablehnung von Uniformität, werden neue Produkte erst lanciert nach vorgängiger Prüfung ihrer Markttauglichkeit. Solche Prüfungen fehlten bei Passepartout und der „Kompetenzorientierung“ gänzlich, aber auch bei vielen Lehrmitteln, die wegen Untauglichkeit kaum eingesetzt werden. Im Sinne der Qualitätssicherung gehören Schulreformen vorgängig zur Einführung geprüft, damit sie später keinen Schaden anrichten. Die angestrebte Lehrmittelfreiheit ist insofern ein erster Schritt in die richtige Richtung. So können Lehrkräfte immerhin in diesem Bereich wieder korrigierend eingreifen. Als nächstes gehört konsequenterweise das pädagogische Weisungsrecht der Schulleitungen auf den Prüfstand.

Felix Hoffmann, Sekundarlehrperson

 

 

2 x Ja zu den LVB-Initiativen

Am 19. Mai 2019 stimmt der Kanton Basel-Landschaft über die zwei Bildungsinitiativen «Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!» und «Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!» des Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (LVB) ab. Die Starke Schule befürwortet die beiden Anliegen. Sie verhindern, dass die öffentlichen Schulen schlechter gestellt werden als andere Bildungsbereiche. Um qualitativ hochwertigen Unterricht anbieten zu können und weitere Sparmassnahmen zu verhindern, ist es wichtig, dass die beiden Initiativen angenommen werden.

Initiative 1: Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!

Durch die ständigen Schulreformen fehlt mittlerweile das Geld für die Sanierung von Schulhäusern. Die Folgen sind undichte Dächer, defekte Isolation, Schimmelbefall in Schulzimmern, verschlossene Toiletten aufgrund veralteter sanitärer Anlagen, Unterricht in Containern wegen Platzmangels, kaputte Wandtafeln usw.

Die heutigen Lehrmittel verlangen den regelmässigen Einsatz von Software. Hierfür fehlen jedoch vielerorts die Computer und die vorhandenen können nicht genügend gewartet werden. In den Naturwissenschaften und den hauswirtschaftlichen bzw. gestalterischen Fächern fehlt Geld für Experimentier- und Verbrauchsmaterial.

Solange an den Volksschulen dermassen gespart werden muss, sollen keine neuen Reformen gestartet werden. Insbesondere überkantonale Bildungsprojekte kosten schnell dreistellige Millionenbeträge. Lassen sich Sparmassnahmen trotzdem nicht verhindern, soll das Verursacherprinzip gelten. Es darf nicht sein, dass die Volksschule verlottert wegen den enormen Kostensteigerungen in anderen Bereichen der öffentlichen Bildung.

Initiative 2: Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!

Verschlechterungen in unserem Schulsystem sollen nur noch durch eine Zweidrittelmehrheit im Landrat möglich sein. Dies bringt Qualität, Planungssicherheit und Stabilität. Erschwert werden damit die Erhöhungen der Schülerhöchstzahlen in den Klassen, die Kostenüberwälzung vom Kanton auf die Eltern, die Stundenreduktionen in den gestalterisch-musischen Fächern und die Senkung der Vor- und Nachbereitungszeit der Lektionen zulasten eines qualitativ guten Unterrichtes.

Die Integration von lernschwachen, die Zunahme an fremdsprachigen Schüler/-innen sowie vermehrte Erziehungsaufgaben der Lehrpersonen sind grosse Herausforderungen. Lehrkräfte meistern diese am besten, wenn sie für das einzelne Kind Zeit haben. Doch von der haben sie umso weniger, je grösser die Klassen sind.

Eltern sollten Werkarbeiten nicht mitfinanzieren müssen, weil das Gemeinde- bzw. Kantonsbudget nicht reicht. Überhaupt werden bei den gestalterisch-musischen Fächern immer zuerst Stunden gestrichen, wenn gespart wird. Schule aber kann nur auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, wenn sie alle Neigungen und Talente fördert.

Die Aufgaben neben dem eigentlichen Unterrichten haben deutlich zugenommen: mehr Teamarbeit, mehr Absprachen mit Förderlehrkräften, mehr Sitzungen, mehr Arbeitsgruppen, mehr Konvente, mehr Weiterbildungen, mehr Administration, mehr Elternarbeit. Dies alles geht zulasten einer sorgfältigen Vor- und Nachbereitung der Lektionen. Darunter leidet der Unterricht.

2 x Ja am 19. Mai

Damit die Schulen im Kanton Baselland nicht durch weitere Abbaumassnahmen geschwächt werden und die Qualität und Attraktivität der öffentlichen Schulen bestehen bleibt, empfiehlt die Starke Schule beider Basel am 19. Mai die beiden Initiativen anzunehmen.

 

Initiative zurückgezogen

Das Initiativkomitee der Initiative «Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern» hat auf Antrag des Vorstandes der Starken Schule deren Rückzug mit 53 Ja und 2 Nein beschlossen. Da die Lancierung der Initiative bereits sechs Jahre zurückliegt, konnten 19 Mitglieder nicht mehr erreicht werden. Sie konnten ihre Stimme deshalb nicht abgeben. Das absolute Mehr lag bei 38 Stimmen.

Die Initiative wurde im August 2013 proaktiv lanciert, weil der damalige SP-Regierungsrat Urs Wüthrich Bestrebungen einleitete, die drei Leistungsprofile A (allgemeines Niveau), E (erweitertes Niveau) und P (progymnasiales Niveau) zu mischen, was einer Abschaffung der drei bewährten Leistungsprofile gleichgekommen wäre. Die Bestrebungen in Richtung Einheitsschule waren offensichtlich. Da sich der in Leistungszüge getrennte Unterricht bewährt hat und eine hohe Bildungsqualität garantiert, sollte dies auch in Zukunft mindestens in den Kernfächern beibehalten werden. Leistungsstärkere und leistungsschwächere Schüler/-innen erhalten so einen auf ihr Niveau zugeschnittenen Unterricht und können von den Lehrpersonen optimal gefordert und gefördert werden. Die Initiative wurde proaktiv lanciert, um eine Einheitsschule und somit die Abschaffung der Profile A, E und P zu verhindern. Erfreulicherweise wurden nach der Einreichung der Initiative diese Bestrebungen aufgegeben.

Der von der aktuellen Bildungsdirektion unter Monica Gschwind ausgearbeitete Gegenvorschlag ist eine pragmatische Lösung und ein guter Kompromiss. Das Ziel der Starken Schule, in den Kernfächern keine und in den Wahlpflichtfächern nur eine eingeschränkte Niveaudurchmischung zu ermöglichen, wird mit dem Gegenvorschlag erreicht. Der Vorstand der Starken Schule befürwortet den Gegenvorschlag.
 
 

Monica Gschwind für weitere vier Jahre als Regierungsrätin gewählt

Die Starke Schule beider Basel gratuliert Monica Gschwind zur Wiederwahl in den Regierungsrat. Sie hat in den letzten vier Jahren hervorragende Arbeit geleistet und verschiedene, von Bildungsexperten, Lehrpersonen und Eltern heftig kritisierten Bildungsreformen rückgängig gemacht. Durch die Wiederwahl von Monica Gschwind wird im Kanton Basel-Landschaft die wichtige Kontinuität im Bildungsbereich gewährleistet, die es der Bildungsdirektorin ermöglicht, die noch anstehenden Baustellen in den kommenden vier Jahren zu schliessen.

Als Vorsteherin der Bildungsdirektion hat sich Monica Gschwind stets für eine gute Volksschule eingesetzt und ihr Ziel, Ruhe in die Schullandschaft zu bringen, war deutlich spürbar. Trotzdem schreckte sie nicht davor zurück, nötige Anpassungen im bisherigen Schulsystem vorzunehmen, wenn diese dem Wohle der Schulkinder dienten: Dank ihrer Hilfe konnten die unsäglichen Sammelfächer und eine vom Bildungsrat beabsichtigte Stundentafel mit einstündigen Promotionsfächern verhindert werden. Der ab August 2018 eingeführte, neue Lehrplan Volksschule Baselland enthält klar definierte Stoffinhalte und Themen mit Jahreszielen, welche spezifisch auf die drei in unserem Kanton bewährten Leistungsprofile A, E und B ausgerichtet sind. Die unsäglichen Passepartout-Lehrmittel Mille feuilles, Clin d’oeil und New World werden ab dem Schuljahr 2020/21 durch zielführende Lehrmittel verdrängt. Die Lehrpersonen erhalten damit die so wichtige Lehrmittelfreiheit, die es ihnen ermöglicht, diejenigen Lehrmittel in ihren Klassen einzusetzen, mit welchen sie den grössten Lernerfolg erzielen können. Ohne die fundierte und beharrliche Arbeit der Bildungsdirektorin hätten diese, für die Starke Schule wichtigen Ziele nie erreicht werden können.

Die Zusammenarbeit und der regelmässige Austausch in wichtigen bildungspolitischen Fragen zwischen der Bildungsdirektion und der Starken Schule war stets konstruktiv und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Die Starke Schule freut sich auf weitere vier Jahre mit Monica Gschwind als Bildungsdirektorin.

Hervorragendes Ergebnis für Regina Werthmüller

Mit 1'128 Stimmen ist Regina Werthmüller (parteilos, Vorstandsmitglied Starke Schule) in den Landrat gewählt worden. Damit ist die Starke Schule auch während den kommenden vier Jahren im Landrat vertreten. Damit können wir unsere Anliegen mittels Vorstössen einbringen und eine bildungspolitische Diskussion auslösen. Dies ist eine wichtiges Werkzeug, um auch weiterhin die Bildungspolitik in unserem Kanton beeinflussen zu können.
 

ED Basel-Stadt korrigiert Reform

Der Grosse Rat in Basel hat beschlossen, ab dem Schuljahr 2020/2021 die Einführungsklassen wieder anzubieten. Diese erlauben Kindern mit Entwicklungsverzögerung die erste Primarklasse in zwei Jahren zu absolvieren. Zudem besteht auch die Möglichkeit, anstelle einer Einführungsklasse, ein drittes Kindergartenjahr zu besuchen. Diese beiden Varianten sind jedoch nicht gleichzustellen, da im Kindergarten kein eigentlicher Unterricht stattfindet. Jeder Schulstandort kann selbst entscheiden, ob und welches der oben genannten Angebote ein Kind braucht. Somit kann jede Schulleitung intern mit den Lehrpersonen einen Entschluss fassen, ob die Einführungsklassen im Schulhaus angeboten werden sollen oder nicht. Die Wiederaufnahme der Einführungsklassen im Kanton Basel-Stadt ist ein wichtiger Schritt. Damit wird auf der Primarstufe eine gescheiterte Reform nach heftigen Widerständen der Lehrpersonen rückgängig gemacht.

In den vergangenen Jahren wurde die neue Unterrichtsideologie eingeführt, dass die Lehrpersonen den Schüler/-innen auf der Primarstufe und insbesondere auf der Sekundarstufe 1 den Unterrichtsstoff nicht mehr rhythmisiert und lehrerzentriert beibringen, sondern sie vielmehr beim selbstständigen Lernen als Coaches unterstützen. In den Sekundarschulen erfolgt diese neue Unterrichtsform oft in den sogenannten Lernlandschaften. Leistungsschwächere Schüler/-innen sollen von den leistungsstarken Schüler/-innen profitieren. Auch die Sonderschulen wurden weitgehend abgeschafft und sämtliche Schüler/-innen in die Regelklassen integriert. Einführungs- und Kleinklassen seien nicht mehr notwendig, glaubte die Bildungsdirektion. Diese Fehleinschätzung wird nun teilweise korrigiert.

Im Kanton Baselland sieht die Situation anders aus. Es wurde frühzeitig erkannt, dass die Einführungsklassen von immenser Bedeutung sind, da die schulisch schwächeren Kinder in Regelklassen nicht genügend Unterstützung erhalten. Somit wurden die Einführungsklassen nie komplett abgeschafft, sondern lediglich etwas reduziert. Auch wurde erkannt, dass die Funktion der Lehrperson, die unterrichtet und den Schüler/-innen den Unterrichtsstoff beibringt, essentiell ist und nicht durch Lerncoaches ersetzt werden kann. Diese Erkenntnisse wurden bis anhin im Kanton Basel-Stadt noch nicht gemacht, weshalb auf der Sekundarstufe 1 weiterhin mit Lernlandschaften gearbeitet wird.

Alina Isler, Vorstand Starke Schule beider Basel

 

Ausmass von Passepartout wird auch Uni-Professoren bewusst

Während sich bis anhin insbesondere Sek-1-Lehrpersonen äusserst kritisch über das Passepartout-Fremdsprachenprojekt und die mangelnden Französischkentnisse der Schulkinder geäussert haben, reagieren nun auch Universitäts-Professoren: Sie befürchten, dass die von der Fremdsprachenreform "Passepartout" betroffenen Schüler/-innen später kaum die Möglichkeit haben werden, an französischsprechenden Universitäten zu studieren oder an der Uni ein Französisch-Studium zu absolvieren. Ihr Fazit folgt aus den Rückmeldung von vier von fünf Basler Gymnasien, welche die Lernziele auf der Sekundarstufe 2 nicht erreichen können. Zu gross sind die Defizite, welche die Schüler/-innen von den Sekundarschulen mitbringen. Die Gymnasiallehrpersonen sprechen von einem Defizit, welches zwei Schuljahren entspricht.

Während in den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn alternative Lehrmittel und ein neues Fremdsprachenkonzept evaluiert wird, um das Übel einzudämmen, hält Basel-Stadt an der Passepartout-Ideologie fest. Das Erziehungsdepartement gibt als lapidaren Grund an, neue Lehrmittel müssen immer zuerst Kritik einstecken. In Solothurn müssen die Lehrpersonen die Weiterbildungen für Passepartout nicht mehr besuchen und alternative Lehrmittel werden gesucht; in Baselland wird durch die angespstrebte freie Wahl der Lehrmittel die Nutzung der Passepartout-Lehrmittel hoffentlich eingeschränkt.

Die Gymnasiallehrer müssen vielfach Basics repetieren, weil die Schüler/-innen die Lehrpersonen oft nicht verstehen und der mündliche Austausch schwerfällt. Das Problem liegt laut Daniel Goepfert (SP-Grossrat und ehemaliger Französisch-Gymnasiallehrer) an der Ideologie, die Passepartout verfolgt. Angepriesen wurde mit der Reform ein "Sprachbad" für die Schulkinder, in welchem sie spielend und ohne Struktur die Fremdsprache erlernen sollen. Problematisch ist nur, dass mit zwei bis drei Stunden Französisch pro Woche kein Sprachbad imitiert werden kann. Ausserdem macht es wenig Sinn, bereits im dritten Primarschuljahr mit der ersten Fremdsprache zu beginnen, da in diesem Alter besser das Deutsch noch gefestigt werden sollte.

Dass nun auch immer mehr Gym-Lehrpersonen und Universitäts-Professoren/-innen das Ausmass der Passepartout-Misere erkennen, ist kein Wunder, sondern war voraussehbar.

Quelle: Basler Zeitung, 26. März 2019 von Franziska Laur


Leistungslöhne bei Lehrpersonen sorgen für Empörung

 

Ein treffender Artikel von Leif Simonsen, erschienen am 16. März 2019 in der Schweiz am Wochenende. Hier können Sie den Text in vergrösserter Qualität lesen.

 

Schreiben nach Gehör – ein Fiasko

Die umstrittene Lernmethode «Schreiben nach Gehör», welche vom Schweizer Pädagogen Jürgen Reichen ins Leben gerufen wurde, hat sich nun als Fiasko erwiesen. Was als Förderung der Freude der Schüler/-innen gedacht war, da sie von lästigen Korrekturen befreit sind, zeigt sich nun in der Realität in fehlerhaftem Schreiben. Nicht nur Kinder mit Muttersprache Deutsch, sondern insbesondere auch Kindern, die aus fremdsprachigen Familien kommen, oder solche, die schon in den anderen Fächern Mühe haben, bringt die Lernmethode enorme Schwierigkeiten. Die Primarschüler/-innen prägen sich falsche Wortbilder ein und eigenen sich eine Art zu Schreiben an, welche grammatikalisch nicht korrekt ist. Ab der 3. Primarklasse muss diese Schreibmethode dann wieder mühsam abtrainiert werden.

Es ist nicht klar, wie viele Kinder in der Schweiz mit «Schreiben nach Gehör» schreiben lernen. Auf der Lehrmittelliste (Stand Dezember 2018)[1] des Kantons Basel-Landschaft ist das Lehrmittel nicht aufgeführt. Allerdings wird nicht nur im Lehrplan 21, sondern auch im Lehrplan Volksschule Baselland im Teil Kompetenzbeschreibungen die lautgetreue Schreibweise explizit erwähnt.

In einigen Kantonen wird das Lehrmittel «Lesen durch Schreiben» gezielt eingesetzt, welches die umstrittene Lernmethode beinhaltet und den Schüler/-innen das fehlerhafte Schreiben in den ersten beiden Primarschuljahren erlaubt.

Der SVP-Nationalrat Peter Keller, der selber ausgebildeter Lehrer ist, möchte diesen Lernansatz nun in der gesamten Schweiz verbieten. Mit einem Vorstoss, der demnächst eingereicht werden soll, stellt er dem Bundesrat die Frage, wie die Methode ganz aus dem Lehrplan 21 entfernt werden kann.

Im Kanton Nidwalden wurde nach Veröffentlichung der «Bonner Studie»[2] im Jahr 2018 die didaktische Methode «Schreiben nach Gehör» ab der 2. Primarklasse ausdrücklich verboten. Die Studie kam zum Schluss, dass es den Erfahrungen entsprechend keine eindeutigen Hinweise darauf gibt, dass die Methoden von Jürgen Reichen die Schüler/-innen besonders motiviert, die Schreibfähigkeiten der 3‘000 untersuchten Grundschüler/-innen jedoch deutlich schlechter ausfielen als bei Schüler/-innen, die mit den herkömmlichen Methoden (Fibelmethode) unterrichtet werden. Aufgrund dessen hat die Aargauer Regierung zu Beginn dieses Jahres den Einsatz des Lehrmittels «Lesen durch Schreiben» in den Primarschulen ab dem Schuljahr 2020/21 untersagt. Auf die entsprechende Lernmethode soll verzichtet werden. In einer Stellungnahme begründet die Aargauer Regierung ihren Entscheid folgendermassen: Problematisch sei bei dieser Methode, dass zu keinem Zeitpunkt die Rechtschreibregeln vermittelt und die Laut-Buchstaben-Beziehung nicht systematisch eingeführt werde.[3] Auch im benachbarten Deutschland wird ein landesweites Verbot dieses Lehrmittels gefordert.

Alina Isler, Vorstand Starke Schule beider Basel