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Erziehungsdepartement Basel-Stadt streut den Eltern Sand in die Augen

Ende März veröffentlichte die Volksschulleitung des Erziehungsdepartementes (ED) Basel-Stadt einen Newsletter mit dem Titel "Elternbrief Volksschule Basel-Stadt", u.a. mit den beiden Artikeln "Keine Angst vor Fremdsprachen" und "So können Sie Ihr Kind unterstützen". Der Newsletter enthält zahlreiche manipulativ verfasste Passagen. Darin versucht das ED krampfhaft den Eltern die neue Fremdsprachendidaktik und die entsprechenden Lehrmittel als etwas Positives und Nützliches zu verkaufen. Gleichzeitig wird die gleichwohl erfolgreiche "alte" Didaktik schlechtgemacht. Das ED verstrickt sich dabei selbst mehrfach in Widersprüche.

Zusammengefasst ein kläglicher Versuch einer Durchhalteparole für ein gescheitertes Experiment auf Kosten der Schulkinder. Lesen Sie hier unsere Analyse und Stellungnahme dazu.
 

Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen

Am 21. Mai wird über die Initiative "Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen" abgestimmt. Mit dieser Lenkungsinitiative sollen die Stärken der beiden Ausbildungsinstitutionen (Pädagogische Hochschule (PH) und die Universität) besser ausgenutzt werden.

Heute gibt es für angehende Lehrpersonen zwei Wege, die Lehrerausbildung zu absolvieren:
  • Beim "konsekutiven" Weg erfolgt zunächst ein dreijähriges Studium an der Universität, welches mit dem Bachelor abgeschlossen wird. Danach wird die methodisch-didaktische Ausbildung an der PH während zwei weiteren Jahren durchgeführt.
  • Beim "integrativen" Weg erfolgt die komplette Ausbildung an der PH und dauert nur vier Jahre. Neben der Methodik, Didaktik und Psychologie wird eine Fachausbildung in drei Fächern absolviert.

Der "integrative" Weg wird seit langem sowohl von Student/-innen, Dozenten wie auch Lehrpersonen kritisiert. Die Absolvent/-innen des kosekutiven Ausbildungsweges erhalten nicht das nötige Fachwissen, um einen guten Unterricht zu gestalten. Sie stossen fachlich immer wieder an ihre Grenzen. Mit der Initiative "Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen" soll diese unbefriedigende Situation verbessert werden. Unser Argumentarium finden Sie hier. Für allgemeine Informationen zur Initiative klicken Sie hier.
 

Leistungschecks kommen immer stärker unter Druck

Seit Kurzem müssen die Primarschüler/-innen in der dritten und sechsten Klasse sowie die Sekundarschüler/-innen im achten und neunten Schuljahr sogenannte standardisierte Leistungschecks in den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch und Naturwissenschaften absolvieren. Diese von den vier Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und Aargau gemeinsam entwickelten Prüfungen, welche von den Schüler/-innen mehrheitlich am Computer geschrieben werden, kommen immer stärker unter Druck:

Die Lehrpersonen des Kantons Basel-Stadt lehnen diese teuren Leistungschecks in der überwiegenden Mehrheit als "förderdiagnostisch untaugbar" ab. An ihrer Schulsysnode vom 22. März 2017 verabschiedeten rund 3'000 anwesende Pädagog/-innen eine Resolution an die Basler Regierung, in welcher sie die Abschaffung dieser Tests fordern.

Auch der Landrat wird sich mit diesem Thema beschäftigen. Landrat Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige) reichte am 14. Dezember 2016 den Vorstoss "Standardisierte Leistungschecks aus finanziellen und pädagogischen Gründen überprüfen".
 

Leserbrief von Felix Schmutz, erschienen in der bz vom 10.03.2017 als Reaktion auf den Leserbrief  "Lehrerverein floppt mit Französischumfrage"

Untaugliche Lehrmittel und Unterrichtskonzepte

Urs Tester spricht den Sekundarlehrpersonen in seinem Leserbrief die Fähigkeit und die Berechtigung ab, die Französischkentnisse der Primarschulkinder nach vier Jahren Unterricht zu beurteilen. Dabei verkennt er die Tatasche, dass es die Lehrkräfte der Sekundarschule sind, welche die Verantwortung dafür tragen, dass die Jugendlichen in nur drei Jahren fit werden für Berufslehren, Diplomschulen und Gymnasien. Dort ist aber die Spiel- und Bastelzeit endgütlig vorbei: Nix verstehen, nix sagen und nix schreiben können, das geht nicht mehr. Nicht Scheinlernziele, sondern tatsächliches Wissen und Können werden dort vorausgesetzt. Falsch ist auch Testers Ansatz zu glauben, die Sekundarlehrpersonen würden den Kolleginnen und Kollegen der Primarschule Vorwürfe machen. Vielmehr haben die ausgebildeten Fachlehrkräfte der Sekundarschule längst erkannt, dass die Schuld an der Misere bei den untauglichen Lehrmitteln und Unterrichtskonzepten zu suchen ist und nicht bei den Personen, welche diese in besten Treuen umzusetzen versuchen. Oder anders gesagt: Mit einer Papierschere kann auch der eifrigste Handwerker keine Eisenstange durchschneiden.


Weitere Leserbriefe und Zeitungsartikel finden Sie hier.
 
 

Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen


Wie werden heute Sekundarlehrpersonen ausgebildet?

Angehenden Sekundarlehrpersonen stehen heute zwei Ausbildungsmöglichkeiten offen:
  • Beim sogenannten „konsekutiven“ Ausbildungsweg absolvieren sie zuerst eine dreijährige, fundierte Fachausbildung an der Universität in denjenigen Fächern, die sie später unterrichten. Sie schliessen dort mit dem Bachelor ab. Anschliessend folgt eine zweijährige methodisch-didaktische Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule (PH).
  • Beim „integrativen“ Ausbildungsweg besuchen sie während vier Jahren ausschliesslich die PH. Dort erhalten sie eine minimale Fachausbildung und ebenfalls die methodisch-didaktische Ausbildung.   
Wo liegt das Problem?
Die Fachausbildung der Sekundarlehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule (PH) wird seit einiger Zeit von Studierenden, Dozierenden der Universität und PH, Bildungs-Fachexperten und Schulen stark kritisiert. Heute wird an der PH eine Fachausbildung angeboten, welche nur einem Bruchteil, rund einem Drittel der früheren Fachausbildung an der Universität entspricht. In Fächern wie Chemie, Biologie oder Physik wird im Vergleich sogar nur noch rund 10% Fachwissen vermittelt. Die PH marginalisiert das fachliche Wissen, während andererseits die Bereiche Methodik, Didaktik und Psychologie eine bevorzugte Stellung einnehmen. Für angehende Lehrpersonen bedeutet dies, dass sie auf dem PH-Bildungsweg ein sehr bescheidenes Fachwissen erwerben.
 
Was sind die Folgen?
Die Folgen dieser „Fachausbildung light“ sind an den Sekundarschulen eins zu eins sichtbar. PH-Absolventen stossen im Schulalltag fachlich immer wieder an ihre Grenzen. Es ist ein bedenklich, wenn sie teilweise sogar weniger Ahnung vom Stoff haben als die begabtesten Schüler/-innen einer Klasse. Dies insbesondere im anspruchsvollen Leistungsniveau P, welches auf das Gymnasium vorbereitet. Die Leidtragenden sind die Lernenden. Für sie sind Lehrpersonen mit geringen Fachkenntnissen untaugliche Vorbilder, welche die Jugendlichen für ihr Fach kaum begeistern können. Gerade in der Pubertät ist aber die Vorbildfunktion von eminenter Bedeutung. Die Erfahrung zeigt, dass kompetente und begeisterungsfähige Lehrpersonen den Jugendlichen immer wieder entscheidende Impulse für die Berufslaufbahn mitgeben können. Diese Vorbildfunktion fehlt bei der „Fachausbildung light“.

Was braucht die Schule?
Eine gute Schule braucht sowohl fachlich als auch methodisch-didaktisch kompetent ausgebildete Lehrpersonen. Mit der Universität und der Pädagogischen Hochschule (PH) verfügen wir über zwei Bildungsinstitutionen, die beide ihre Stärken haben: Die Stärke der PH ist die methodisch-didaktische Ausbildung, diejenige der Universität die Fachausbildung. Die PH ist jedoch nicht in der Lage, qualitativ und quantitativ ausreichende Fachausbildungen zu bieten. Ihre Akzente liegen naturgemäss in der Pädagogik, Psychologie und der entsprechenden Forschung. Aus diesem Grund hat der Kanton Zürich die Fachausbildung seiner Sekundarlehrpersonen aus der PH ausgelagert. In unserem Kanton liegt der Fall anders. Die überwiegende Mehrheit der angehenden Sekundarlehrpersonen wählt den „integrativen“ Ausbildungsweg an der PH, weil dieser weniger lang dauert (insgesamt nur 4 statt 5 Jahre) und auch weniger anspruchsvoll ist. Gute Lehrer/-innen erhalten wir jedoch nur, wenn die Studierenden von den Stärken beider Bildungsinstitute profitieren. Das heisst: Fachausbildung an der Universität, methodisch-didaktische Ausbildung an der PH.
 
Was fordert die Initiative?
Die Initiative hat zum Ziel, dass die gesamte Fachausbildung der Sekundarlehrpersonen wieder von der Universität übernommen wird: Während drei Jahren sollen angehende Lehrpersonen wie früher eine Fachausbildung in zwei oder drei Fächern an der Universität absolvieren und mit dem Bachelor abschliessen. Im Anschluss folgt, analog dem früheren Lehrerseminar, eine ein- bis zweijährige methodisch-didaktische Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule.
Die nicht formulierte Initiative „Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen“ wirkt als Lenkungsinitiative, indem sie festschreibt, dass nur Sekundarlehrpersonen mit einer Uni-Fachausbildung eine unbefristete Anstellung erhalten. Lehrpersonen mit ausschliesslicher PH-Ausbildung werden hingegen nur befristet angestellt. Die Lenkungsinitiative führt dazu, dass künftig weitaus mehr Studierende den „konsekutiven“ Ausbildungsweg mit der Fachausbildung an der Universität einschlagen, dies zum Vorteil für unsere Schulen. Nur auf der Basis solider fachlicher Grundlagen lässt sich auch in Zukunft eine gute Schulbildung garantieren. Es geht um nichts weniger als um den sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit unserem einzigen „Rohstoff“ Bildung.  

Und die Kosten?
Das strukturelle Defizit (Unterdeckung der Pensionskasse, Kostenschub im Gesundheitswesen usw.) drückt schwer auf die Finanzen des Kantons und zunehmend drohen Steuererhöhungen.
Aus diesem Grund sind teure Doppelspurigkeiten zu vermeiden, wie sie mit den beiden Ausbildungsvarianten „konsekutiver“ und „integrativer“ Weg heute bestehen. Durch die Verlagerung der Fachausbildung der Sekundarlehrpersonen von der Pädagogischen Hochschule (PH) an die Universität können an der PH Millionenbeiträge eingespart werden, ohne dass dabei an der Universität relevante Mehrkosten entstehen. Praktisch sämtliche Lehrgänge werden schon heute an der Universität geführt. Die Universität Basel hat die notwendigen Kapazitäten und kann die Fachausbildung problemlos wieder übernehmen.