Starke Schule beider Basel (SSbB)

4127 Birsfelden, E-Mail: Starke.Schule.beider.Basel@gmx.ch, PC 60-128081-8

 

Leserkommentar

Chancengleichheit durch Integration, mehr Illusion als Realität

Wäre Chancengerechtigkeit mehr als eine Illusion, gäbe es weder Millionenerben noch Menschen, die unsere öffentlichen Toiletten zum Minimallohn reinigen. Wer die auf Chancengerechtigkeit basierende Integration fordert im Wissen, dass sie nicht finanzierbar ist und immer teurer wird, outet seine Nähe zu Ideologien. Eine solche ist die schulische Integration ohne Selektion. Die gescheiterte Basler Orientierungsschule lässt grüssen. Diese war integrativ und kannte keine Noten. Zweifel ist im Falle der sog. «Erziehungswissenschaften» nötig. Denn aus dieser Ecke kommen «Studien», die nicht nur der Integration, sondern sogar dem Frühfranzösischunterricht Erfolg bescheinigen. Solche der Realität widersprechenden Gefälligkeitsstudien sind wertlos. Deshalb der Aufruf an alle Theoretiker und Ideologen: Kommen Sie an die Schulen und unterrichten Sie. Dann haben sie nicht nur eine Meinung zur Schule, sondern eine Ahnung davon. Sie werden dann verstehen, warum am Ende der Volksschule 25% der Schüler die Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen nicht beherrschen: wegen der Integration verhaltensauffälliger Schüler, die alle andern stören. Damit die Integration auch nur ansatzweise funktionieren würde, bräuchte es etwa zweimal mehr Lehrkräfte. Doch wir finden bereits heute kaum genug. Warum investieren wir zig Millionen in die Integration zugunsten der Schwächsten, aber keine einzige in die Förderung der Stärksten? Ist dies nicht auch eine Frage der Gerechtigkeit?

Felix Hoffmann, Sekundarlehrer
 

News

  • Samstag, August 30, 2025

    Hitzeschutzstrategie an Basler Schulen

    Die Basler Regierung befürwortet die Ausarbeitung einer Hitzeschutzstrategie für Schulen. Die zunehmende Belastung der Schülerinnen und Schüler und aller Mitarbeitenden soll gedämmt werden und somit wieder ein lernförderliches Umfeld sichergestellt sein. (lbu)

    Mehr

  • Freitag, August 29, 2025

    Amok-Fehlalarm an Basler Primarschule

    Am vergangenen Dienstagmorgen ging bei der Basler Polizei ein Amokalarm der Primarschule Lysbüchel ein. Folglich fuhr die Polizei mit einem Grossaufgebot zur Schule, wo sich schnell herausstellte, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. (lbu)

    Mehr

  • Sonntag, August 24, 2025

    Frei verfügbares Stadtkunde-Lehrmittel

    Unter der Leitung von PD Dr. Alexandra Binnenkade hat ein Team von Basler Lehrpersonen und externen Fachleuten ein digitales Lehrmittel zur Stadtkunde entwickelt. Es ersetzt den Stadtkunde-Ordner und ist unter www.stadtkunde.ch erreichbar. (ch)

    Mehr

  • Sonntag, Juli 27, 2025

    Überarbeitung des Stipendiensystems

    Grossrat Raoul I. Furlano (LDP) kritisiert das Stipendiensystem der Universität Basel. In seiner Motion thematisiert er das Problem, dass die finanzielle Unterstützung für Studierende häufig erst Monate nach Studienbeginn ausgezahlt wird und deswegen Betroffene auf eigenständig organisierte Übergangslösungen angewiesen sind. (lbu)

    Mehr

  • Samstag, Juli 26, 2025

    Erhöhung des Freibetrags für Stipendienbeziehende

    Aktuell dürfen Studierende nur bis zu 6'000 Franken jährlich, also 500 Franken monatlich verdienen, um den vollen Stipendienbetrag zu erhalten. Dieser Betrag wirkt einerseits abschreckend, um praktische Erfahrungen zu sammeln und verhindert andererseits, dass Studierende für ihre Zukunft nach dem Studium sparen oder gar ihren derzeitigen Lebensunterhalt zu sichern. (lbu)

    Mehr

  • Freitag, Juli 25, 2025

    Website der Starken Schule beider Basel frequentiert

    Die Website der Starken Schule beider Basel wurde in den vergangenen zwölf Monaten erfreulich häufig besucht. Rund 13'507 verschiedene Nutzende besuchten mindestens einmal die Website. (lbu)

    Mehr

Spenden

Wir freuen uns über Ihre Spende.

Starke Schule beider Basel
4127 Birsfelden

PC 60-128081-8
IBAN CH98 0900 0000 6012 8081 8

11.10.2023

Bildungsvorstösse so weit
das Auge reicht

Lehrpersonenmangel, Ausbau der Sonderschulangebote, Homeschooling und Digitalisierung: Die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) wird immer wieder vor bildungspolitische Herausforderungen gestellt und auch der Landrat darf sich regelmässig mit einer Flut von sinnvollen und auch weniger sinnvollen Bildungsvorstössen befassen.

In der kommenden Landratssitzung vom 19. Oktober stehen zwölf Vorstösse mit Bildungsthemen auf der Traktandenliste. Im Folgenden werden einige kurz vorgestellt.

Reduzierung der Bürokratie und Spezialisierung von Sekundarlehrpersonen

Das allgegenwärtige Thema des Lehrpersonenmangels ist auch an den Baselbieter Schulen akut, da viele Lehrpersonen in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Trotz einiger Massnahmen zur Verbesserung der Lage gelang es noch immer nicht, die Attraktivität des Lehrberufs relevant zu verbessern. In einer Interpellation fordert Landrat Jan Kirchmayr (SP) die Ausarbeitung von Strategien zur Bewältigung des Mangels sowie Vorschläge zur Reduzierung der Bürokratie zur Entlastung der Lehrpersonen.

Anita Biedert, Landrätin SVP und langjähriges Mitglied der Starken Schule beider Basel (SSbB), reichte bereits im Mai dieses Jahres einen Vorstoss betreffend Spezialisierung von Sekundarlehrpersonen ein. Basierend auf den Ergebnissen einer Umfrage der SSbB (siehe hier) ist in Zusammenarbeit ein Vorstoss mit der Forderung entstanden, dass sich Lehrpersonen künftig auf zwei Leistungsniveaus (A/E oder E/P) fokussieren dürfen und von den Schulleitungen auch nur in diesen eingesetzt werden. Der Regierungsrat empfiehlt die Entgegennahme des Vorstosses. An der kommenden Sitzung wird der Landrat darüber befinden.

Sonderschulangebote sollen niederschwelliger und vermehrt angeboten werden

Schüler*innen mit besonderen schulischen Bedürfnissen stellen die Bildungspolitik regelmässig vor Herausforderungen und nicht immer stellt die staatliche Regelschule das passende Schulgefäss dar. Landrätin Miriam Locher (SP) befasst sich in diesem Themenbereich zurzeit mit mehreren Anliegen:

Im Rahmen der speziellen Förderung können die Privatschulkosten vom Kanton übernommen werden. Grundsätzlich werden sie aber von den jeweiligen Eltern selbst finanziert. Miriam Locher stellt dem Regierungsrat in ihrer Interpellation diesbezüglich diverse Fragen und möchte u.a. die konkreten Zahlen betreffend Bewilligung von Privatschulbesuchen im Baselland wissen und interessiert sich, wie oft und anhand von welchen Kriterien das Amt für Volksschulen (AVS) Indikationen des Schulpsychologischen Dienstes (SPD) abgelehnt hat.

Ebenfalls im Rahmen der speziellen Förderung kritisiert Miriam Locher die lange Dauer bis es zu einer separativen Beschulung kommt, was nicht immer im Interesse der Kinder und Jugendlichen ist. Dies sei insbesondere der Fall, seit sich die Zuweisungspraxis an Sonderschulen seitens Kanton geändert hat. Die Landrätin fordert deshalb den Regierungsrat in ihrer Motion dazu auf, die Kaskade hin zu einer separativen Beschulung den heutigen Bedürfnissen anzupassen.

In einem dritten Vorstoss betont sie die Wichtigkeit der Sonder- und Privatschulen. Die steigenden Zahlen von Sonderschüler*innen sollen durch Einführungs- und Kleinklassen aufgefangen werden. Den Regierungsrat beauftragt sie mit der Überprüfung des staatlichen Sonderschulangebotes.

Sicherheit im Alltag und in der digitalen Welt

Weiter widmet sich Miriam Locher der Videoüberwachung an kantonalen und kommunalen Schulen. Gemäss Kanton werden an den Sekundarschulen die defekten Überwachungsgeräte nicht mehr ersetzt, womit diese längerfristig nicht mehr eingesetzt werden. An den Primarschulen hingegen nimmt die Überwachung tendenziell zu, mit der Begründung von Diebstahl und Vandalismus. Die Landrätin bittet die BKSD um Auskunft über die Strategie betreffend Videoüberwachung an Schulen und stellt diverse Fragen über Speicherort, Aufzeichnungszeit und Sichtung der Überwachungsvideos.

Das allgegenwärtige Thema der Digitalisierung wird auch im Postulat von Landrätin Lotti Stokar (Grüne) aufgegriffen. Sie äussert Bedenken bei der schnell fortschreitenden digitalen Transformation und verweist auf den Leitfaden ICT-Infrastruktur des Kantons Basel-Landschaft. Dieser legt nahe, dass bis im Jahr 2027 als Minimum die Schüler*innen der 5. und 6. Primarklassen je ein eigenes Tablet erhalten sollen. Ihre Fragen an den Regierungsrat drehen sich insbesondere um die bewusste Zeit ohne Tablet während des Unterrichts und um die Möglichkeiten, ein Gleichgewicht zwischen Kopf, Hand und Herz zu schaffen. Die SSbB hat zu diesem Thema einen interessanten Artikel veröffentlicht (siehe hier).

Homeschooling im Kanton Basel-Landschaft

In der Schweiz sind die Hürden für das Homeschooling hoch, die Kontrollen verhältnismässig streng und die Eltern tragen die Kosten der privaten Beschulung selbst. Landrätin Laura Grazioli (Grüne) vergleicht die Baselbieter Regelungen mit dem Kanton Aargau, wo beispielsweise eine 14-tägige Anmeldefrist ausreichend ist und nicht 10 Monate dauert, wie in unserem Kanton. Sie bittet den Regierungsrat zu prüfen, die Hürden für Homeschooling zu senken. Der Regierungsrat hingegen empfiehlt den Vorstoss abzulehnen und begründet dies u.a. mit dem gesetzlich verankerten Bildungsanspruch und der Bestimmung, dass alle Kinder und Jugendlichen eine Ausbildung auf dem Niveau der öffentlichen Schulen erhalten sollen.

Weiter spricht Laura Grazioli die finanzielle Benachteiligung der Eltern von im Homeschooling beschulten Kindern an. Obwohl sie Steuern wie die restliche Bevölkerung bezahlen, übernimmt der Kanton nur in Ausnahmefälle jährliche Beiträge von rund 2'000 Franken. In diesem Vorstoss wird die Regierung gebeten zu prüfen, wie die steuerliche Benachteiligung behoben werden könnte. Auch dieser Vorstoss wird von der Regierung abgelehnt, der Landrat wird abschliessend darüber befinden.

Zwei weitere Bildungsvorstösse

Da es in vielen Fachbereichen an qualifiziertem Personal mangelt, wird auf der Sekundarstufe I und II mit verschiedenen Projekten versucht, die Schülerschaft für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern. Im parlamentarischen Vorstoss bittet Landrätin Béatrix von Sury d’Aspremont (Die Mitte) den Regierungsrat zu berichten, wie die verschiedenen Bereiche der Life Sciences mehr in die Primarschulen getragen werden können und wie auch die Elternschaft darüber aufgeklärt werden kann. Der Regierungsrat empfiehlt hier die Entgegennahme des Vorstosses und der Landrat wird darüber abstimmen.

Landrat Marcel Zimmermann (Die Mitte) hat die Förderung des Lehrlingsangebots im Kanton Baselland ins Auge gefasst und wünscht in seiner Interpellation, dass die wichtige Aufgabe von Lehrlingsauszubildenden mehr honoriert und dadurch attraktiver gemacht werden soll. Seit einigen Jahren sei es nämlich schwierig, Mitarbeitende aus Betrieben dazu bewegen zu lassen, Lehrlinge auszubilden. Der Regierungsrat hingegen ist überzeugt, dass die Ausbildungsbetriebe bereits verantwortungsvoll mit ihrer Aufgabe umgehen und in der Regel die Arbeit der Berufsbildenden anerkennen und wertschätzen.

Sämtliche Vorstösse und ausführliche Begründungen finden Sie auf der Seite des Kantons Basel-Landschaft. Hier gelangen Sie zur Traktandenliste der kommenden Landratssitzung.

Alina Isler
Vorstand Starke Schule beider Basel