Starke Schule beider Basel (SSbB)

4127 Birsfelden, E-Mail: Starke.Schule.beider.Basel@gmx.ch, PC 60-128081-8

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Die Zerrissenheit
der SP-Bildungspolitik

Lesenswerte Reaktion von Felix Hoffmann auf einen Leserbrief von Gemeinde- und Landrat Andreas Bammatter (SP). Felix Hoffmann analysiert die Zerrissenheit der SP-Bildungspolitik. Hier den Artikel lesen.
 

News

  • Donnerstag, April 15, 2021

    Primarschulweg verlängert sich auf 40 Minuten

    Ohne jegliche Vorwarnung oder Anhörung wurden die Erziehungsberechtigten einer 3. Primarschulklasse in Binningen im März 2021 darüber informiert, dass ihre Kinder künftig die Schule am anderen Ende des Dorfes besuchen müssen. Die Eltern wehren sich und reichen beim Baselbieter Regierungsrat Beschwerde ein.

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  • Donnerstag, April 08, 2021

    Erhöhte Radonwerte in Schulgebäuden

    Nachdem Landrätin Rahel Bänziger (Grüne Baselland) aufgrund von überstiegenen Radon-Grenzwerten in kantonseigenen Schulgebäuden eine Motion im Landrat einreichte, wurde mittels juristischen Gutachtens herausgefunden, dass eine gesetzliche Grundlage für die Veröffentlichung der genauen Messwerte fehlt.

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  • Mittwoch, April 07, 2021

    Neubau Sekundarschulhaus Allschwil

    Die bestehenden Schulhäuser Letten, Breite und Pavillon in Allschwil sind für 27 Klassen ausgelegt und zudem völlig veraltet. Bis zum Schuljahr 2025 muss die Sekundarschule gemäss Prognosen 36 Schulklassen aufnehmen. Ein Neubau ist unumgänglich.

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Schnitzelbank

Dr Lehrplan Blues

D’Basler Fasnacht fäält halt scho irgendwie.
Gopfried Stutz, das glaubsch jo im Läbe nie!
Scho zwai mol hinterenand isch sie usgfalle.
Do trinksch zwai Dreierli und foosch afo lalle!

Aaber halt emool! In Lieschtl git’s e Zirkus.
Und glaubet mr bitte, i verzell ech kai Stuss.
Är isch an dr Munzacherstrooss und haisst AVS.
In Sache Unterhaltig isch dä halt kai Merzedess.

Die Gnorrli deert, versueche Stofflehrplään z’schryybe.
Aber du glaubsch es nid, sie würde’s lieber lo blyybe!
Denn e so ne eifachi Uffgoob fallt däne richtig schweer.
Nach drei lange Joor isch e männge Plan no immer leer!

Allbott frooge die drimmlige Gnilch d’Lehrkräft um Hilf.
Sie nenne das Prozedere vollmundig «Rücklaufschlaufe».
Aber loos emol, ehrliger wär allwääg «Ändlosschlaufe»!
Nach drei seetige Lätsch stöhn die Globi gäng no im Schilf.

S’Problem: die Lehrplan-Gwaggli kenne aifach nid loose.
Fyr sie isch es nur wichtig z’betoone, sie trage d’Hoose!
Do nutze nadyyrlig au kaini fimf «Ratingkonferänze».
Nach jeedere muesch die Lehrplän jo allewyl schränze.

Das adlig Lehrplan-Lyysi vom AVS will nyt als Kompetänze.
Äss glaubt, suscht kenne d’Schieler in dr Schuel nit glänze.
Aaber Kompetänze kasch halt nur an Stoffinhält vermittle.
Dä Zämmehang isch logisch, do kasch eifach nyd dra rittle.

No git’s aber Hoffnig, dass dä Lehrplan-Murks doch no gliggt.
Dr Byldigsroot nämlig isch mit guete Fachlyt ryychlig b’stickt.
Deert muess die AVS-Glygge ihr Kompetänze-Yyfer ablege.
Suscht duet dr Byldigsroot sy Duume fyr d’Lehrplän nit hebe.

Felix Hoffmann, Lehrer

 

Bildungsinitiative in Basel

Unterschreiben Sie die formulierte Initiative der Starken Schule beider Basel, mit welcher wir der gescheiterten Passepartout-Ideologie ein Ende setzen möchten. Die Initiative verlangt eine echte Lehrmittelfreiheit auch im Kanton Basel-Stadt. Die Lehrpersonen sollen die Lehrmittel "Mille feuilles", "Clind d'oeil" und "New World" durch bewährte Lehrmittel ersetzen können.

Hier können Sie den Unterschriftenbogen herunterladen.

Die Starke Schule empfiehlt bei Sammelständen Schutzmasken zu tragen und beim Ansprechen auf der Strasse einen Abstand von 2 Metern einzuhalten.

 

Spenden

Wir freuen uns über Ihre Spende.

Starke Schule beider Basel
4127 Birsfelden

PC 60-128081-8
IBAN CH98 0900 0000 6012 8081 8

12.02.2021: Condorcet interviewt Alina Isler

Lehrpersonen ignorieren die unbrauchbaren Lehrpläne

Condorcet: 2017 stimmte der Baselbieter Landrat der Entwicklung von Stofflehrplänen einstimmig zu und 2018 bestätigte das Stimmvolk diesen Entscheid mit einem Ja-Anteil von 84%. Weshalb lancierte nun die «Starke Schule beider Basel» erneut eine Initiative? Rennen Sie da nicht offene Türen ein?

Alina Isler (Vorstandsmitglied Starke Schule beider Basel): Bis heute hat die Bildungsdirektion keine Anstalten unternommen, den Volksentscheid zu akzeptieren, geschweige denn, ihn umzusetzen. Nach wie vor bestehen die Lehrpläne in allen Fächern ausser in Englisch weitgehend aus Kompetenzbeschreibungen, ergänzt mit einzelnen Stoffinhalten ...

Weshalb ist das in Englisch anders?

Die Englisch-Expertengruppe lehnte es ab, den vom Amt für Volksschulen (AVS) vorgefertigten und ausschliesslich kompetenzbasierten Lehrplan zu übernehmen, um ihn lediglich kosmetisch zu überarbeiten. Vielmehr erstellte die Gruppe in Übereinstimmung mit dem Volksentscheid selbständig einen stoff- bzw. themenorientierten Lehrplan bestehend aus je zwei Seiten pro Schuljahr. Ihr Konzept stiess dank der hervorragenden Praxistauglichkeit bei sämtlichen bildungspolitischen Akteuren im Kanton auf grosse Zustimmung und viele Lehrpersonen wünschten auch für ihre Fächer einen Lehrplan in Anlehnung an den der Englischlehrpersonen. Der Unterschied zwischen der ursprünglichen AVS-Version und dem Konzept der Fachgruppe ist riesig. [Anmerkung der Redaktion: abgelehnte Version des AVS (Link); vom Bildungsrat beschlossene Version der Englisch-Arbeitsgruppe (Link).]

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Bild: Alina Isler, Vorstandsmitglied Starke Schule beider Basel
 

Was haben Sie gegen Kompetenzen?

Ich wehre mich nicht grundsätzlich gegen Kompetenzbeschreibungen, sie müssen aber in Anzahl und Qualität umsetzbar bzw. sinnvoll sein. Die weit über 3'500 Kompetenzbeschreibungen des Lehrplans 21 überschreiten die Umsetzbarkeit jedoch bei weitem. Viele der Beschreibungen sind zudem unklar formuliert und damit nicht überprüfbar. In der Folge ignoriert die Mehrzahl der Lehrpersonen in unserem Kanton die nahezu rein kompetenzorientierten Lehrpläne, da sie für deren Unterricht weder hilfreich noch zielführend sind.

Was konkret stört Sie an den aktuellen Stofflehrplänen, welche unter Einbezug der Sekundarlehrpersonen in einem aufwändigen Prozess evaluiert und entsprechend überarbeitet werden?

Bei den aktuellen Lehrplänen wird der Politik und der Öffentlichkeit vorgegaukelt, es handle sich um Lehrpläne mit Stoffinhalten und Themen. Letztere kommen im Wesentlichen aber nur im Titel vor. Inhaltlich bestehen die Lehrpläne weitgehend aus kopierten Kompetenzbeschreibungen des Lehrplan 21. Ebenfalls vorgegaukelt wird, dass die Lehrpersonen sich im zurzeit stattfindenden Evaluationsverfahren einbringen könnten. Die verantwortliche AVS-Mitarbeiterin lässt grundsätzliche Änderungen jedoch gar nicht zu. Forderungen beispielsweise, die Lehrpläne praxisorientiert auf 1 – 2 Seiten Stoffinhalte pro Fach und Schuljahr zu reduzieren, werden ignoriert. Die Fragestellungen im Rückmeldeprozess sind so formuliert, dass Grundsatzkritik von vornherein verhindert wird.

Inhaltlich wird Ihnen vor allem Beliebigkeit vorgeworfen. Es wird moniert, die Begrenzung auf 1’000 Kompetenzen sei vollkommen willkürlich und habe nichts mit einer ernstgemeinten Verbesserung zu tun.

Bei der Initiative «Ja zur Reduktion der gigantischen Anzahl Kompetenzbeschreibungen» handelt es sich um eine Durchsetzungsinitiative. Sie wurde notwendig aufgrund der Weigerung, den Volksentscheid zugunsten von Stofflehrplänen umzusetzen. Die Durchsicht der 3'500 Kompetenzbeschreibungen hat ergeben, dass lediglich ein Viertel davon praxisorientiert und somit umsetzbar ist. Der «Willkür»-Vorwurf ist eine haltlose Killerphrase und legt offen, dass den Gegner/-innen der Initiative die Argumente fehlen. Sie wissen, dass sie einem Volksentscheid und einem Landratsbeschluss zuwiderhandeln. Verständlich ist hingegen, dass sie frustriert sind, weil das Scheitern vieler ihrer Bildungsreformen mittlerweile offensichtlich ist. Daran gleichwohl festzuhalten, verhindert ein gutes Bildungssystem. Die Leidtragenden dieser Bildungsmisere sind die Lernenden.

Und was sagen Sie zum Vorwurf der Zwängerei?

Eine Volksinitiative ist ein legitimes politisches Instrument, keine Zwängerei. Im Hinblick auf die Bildungschancen der Schüler/-innen ist unser Vorgehen eine notwendige Reaktion auf die Zwängerei der Reformbefürworter/-innen. Ohne die Volksinitiativen der Starken Schule beider  Basel (SSbB), ohne Widerstand sowohl des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland (LVB) als auch dem vieler Eltern und einem Grossteil der Lehrpersonen wären in unserem Kanton auf der Sekundarstufe 1 Sammelfächer eingeführt und folglich die beliebten Fächer Geschichte, Geografie und Biologie abgeschafft worden. Weiterhin gäbe es keine Lehrmittelfreiheit. Die Lehrpersonen müssten noch immer mit den unbrauchbaren Passepartout-Lehrmitteln «Mille feuilles», «Clin d’oeil» und «New World» arbeiten auf Grundlage einer missratenen Fremdsprachenideologie. Und es gäbe im ganzen Kanton Baselland mit Schüler-/innen vollgestopfte Grossraum-Klassenzimmer, beschönigend bezeichnet als «Lernlandschaften».

Eigentlich schauen die Lehrplankritiker in der Schweiz etwas neidisch auf den Kanton Baselland. Dieser hat in vielen Bereichen die Reformvorgaben der EDK und der Allianz aus selbst proklamierter Wissenschaft, Verwaltung und Politik wieder rückgängig gemacht und fährt fort damit. Besteht nicht die Gefahr, dass Sie mit dieser Initiative die Erfolge der Vergangenheit gefährden?

Wer die politische Auseinandersetzung scheut, Missstände im Bildungsbereich nicht aufzeigt, sondern obrigkeitsgläubig alles hinnimmt oder nur die Faust im Sack macht, der verliert. Wer jedoch Fehlkonzepte an die Öffentlichkeit bringt und sich beharrlich für deren Korrektur einsetzt und Unterschriften auf der Strasse sammelt, der verliert vielleicht einmal eine Abstimmung, zwingt aber die Bildungspolitik aufgrund des ständigen politischen Drucks zu Kompromissen und zum Überdenken von Reformvorhaben.

Die langfristige und konstruktive Arbeit der SSbB zeigt auch beim aktuellen Thema allmählich Wirkung: Der Bildungsrat hat das AVS beauftragt, die Lehrpläne zu straffen, stärker zu strukturieren, pointierter zu formulieren und Doppelspurigkeiten zu beseitigen. Im Sinne des zurückliegenden Volksentscheids werden die Stoffinhalte ein grösseres Gewicht erhalten. Oft konnte die SSbB durch den erzeugten politischen Druck bereits im Vorfeld so viel erreichen, dass Initiativen als weitgehend erfüllt zurückgezogen werden konnten.

Im politischen Wettkampf der Ideen und Argumente geht es selten um alles oder nichts. Oft dreht es sich um zuweilen hart erkämpfte Kompromisse. Problematisch wird es dann, wenn sich Verantwortungsträger der Bildungspolitik nicht an demokratische Entscheide oder Versprechungen halten. In solchen Situationen kommen Durchsetzungsinitiativen zum Zug.

Sie sind mit Ihren Initiativen erfolgreich. 50% davon sind durchgekommen. Sie sind die einflussreichste reformkritische Bildungsbewegung der Schweiz. Worauf führen Sie die Tatsache zurück, dass der Kanton Baselland sich derart rebellisch und erfolgreich zugleich gegen den bildungsbürokratischen Mainstream der letzten 15 Jahre behaupten kann? Was ist Ihr Geheimrezept?

Ich nehme das als Kompliment...

Es ist eine nüchterne Feststellung

Rebellisch war das jedoch nicht. Dahinter steckt viel Herzblut, Einsatz, Beharrlichkeit, Überzeugungsarbeit mit entsprechenden Argumenten und Hunderte von Eltern und Lehrpersonen, die uns aktiv und finanziell unterstützen. Ohne diese vielen Helfer/-innen hätten wir die Erfolge der vergangenen 10 Jahre nicht erzielen können. Im Juni wird die SSbB übrigens 10 Jahre alt. Wir freuen uns auf diesen Geburtstag.